Strom sparen am Milchviehbetrieb

Eine Befragung sowie eine detaillierte Analyse in typischen Betrieben zeigen, wo, wie und wieviel Strom fließt. Allein durch eine bessere Verteilung der Lastspitzen lässt sich ohne Strom zu sparen durch bessere Tarife ordentlich Geld sparen.
Der Lastgang beim Melken ist sehr periodisch. Die morgendlichen und abendlichen Spitzen zur Melkzeit dominieren das Lastverhalten.
Der Lastgang beim Melken ist sehr periodisch. Die morgendlichen und abendlichen Spitzen zur Melkzeit dominieren das Lastverhalten.
Die ausgewählten Milchviehbetriebe weisen elektrische Jahresenergieverbräuche zwischen 14.000 kWh und 32.000 kWh, Milchviehbestände zwischen 14 und 40 und Milchleistungen zwischen 55.000 kg und rund 400.000 kg auf.
Anhand der Befragungsergebnisse kann für jeden Betrieb der elektrische Energiebedarf je kg Milch ermittelt werden. Es wurde hier der Energieverbrauch aller Gebäude herangezogen, da der Energieverbrauch landwirtschaftlicher Haushalte unverkennbar mit landwirtschaftlichen Prozessen zusammenhängt. Der elektrische Energieverbrauch je produziertem kg Milch schwankt je nach Betriebsgröße zwischen 0,2 kWh und 0,08 kWh. Kleinere Milchviehbetriebe (Tierbestände unter 20 Milchkühe) sind eindeutig ineffizienter. Obwohl Auskünfte über die jährliche Produktion in einem Betrieb meist hochsensibel sind, kann Abbildung 1 grundsätzlich zur Orientierung des Einflusses der Produktion auf den elektrischen Energieverbrauch herangezogen werden.
Die Hauptbegründung der geringeren Effizienz von kleineren Betrieben liegt in Dimensionierungsfehlern von Anlagenteilen. Zu groß dimensionierte Anlagenteile wie Vakuumpumpe, Milchkühlung oder Heubelüftung führen zu unnötig hohen Energieverbräuchen. Sollen diese Teile optimal und energieeffizient funktionieren, ist eine detaillierte Planung und Beratung wichtig.

Stromverbrauch in der Milchwirtschaft
Der jährliche elektrische Gesamtenergieverbrauch von Land- und Forstwirtschaft beträgt rund 1220 GWh. Dies entspricht ungefähr 2 % des jährlichen Gesamtstromverbrauches von Österreich oder der Jahresregelarbeit des Donaukraftwerkes Melk. Rein auf die Landwirtschaft fallen davon ca. 305 GWh pro Jahr, was in etwa dem Jahresenergieverbrauch von rund 100 000 durchschnittlichen Haushalten entspricht. Milchviehbetriebe haben mit ca. 40 % den größten Anteil an der tierischen Produktion, gefolgt von Ferkelzuchtbetrieben (ca. 27 %) und Schweinemastbetrieben (ca. 20 %). Der elektrische Gesamtenergieverbrauch von Milchviehbetrieben beträgt in Österreich somit rund 122 GWh. Umgerechnet zahlen Milchviehbetriebe jährlich also rund 24 Mio. Euro für elektrische Energie. Die größten elektrischen Verbraucher sind der landwirtschaftliche Haushalt, sowie die Prozesse der Milchgewinnung und der Milchkühlung.

Autoren: DI René BRAUNSTEIN, Mag.a Maria HINGSAMER und Dr. Ernst SCHMAUTZER, TU Graz


Autor:
Aktualisiert am: 20.08.2009 14:19
Landwirt.com Händler Landwirt.com User