Strohballen – worauf es beim Pressen ankommt

Durch welche Maßnahmen Sie beim Pressen von Stroh wie viel Zeit und Geld sparen können, haben wir für Sie untersucht und im Folgenden zusammengefasst.
Eine höhere Schwadstärke erhöht den Massenstrom beim Pressen und reduziert die Presskosten.
Eine höhere Schwadstärke erhöht den Massenstrom beim Pressen und reduziert die Presskosten.
Zentrale Forderung an Strohrundballen ist eine hohe Dichte und eine ausreichende Bindung, damit sie sich während des Transportes und der Lagerung nicht ausdehnen oder gar platzen.
Eine hohe Ballendichte vermindert die Anzahl der Ballen und damit den Bindematerialbedarf, das Transport- und Lagervolumen sowie den Zeitbedarf für das Binden, Auswerfen aus der Presse und den Transport der Ballen. Besonders wichtig ist die Ballendichte aus der Sicht des Auftraggebers, wenn das Pressen nach der Ballenanzahl verrechnet wird.
Lockeren Ballen wird der Vorteil nachgesagt, dass sie Restfeuchte besser „ausschwitzen“. Dies ist nur in einem sehr begrenzten Umfang möglich. Um eine einwandfreie Strohqualität sicherzustellen, darf nur Stroh mit unter 15 % Wassergehalt gepresst werden.

Sparen mit großen Ballen
Größere Ballendurchmesser vermindern die Anzahl der Ballen und damit sinken bezogen auf die Tonne Stroh der Bindematerialbedarf sowie der Zeitbedarf für das Binden, Auswerfen aus der Presse, Verladen bzw. Einlagern der Ballen. Im Beispiel von Tabelle 1 beträgt die Bindemitteleinsparung beim größeren Ballen im Vergleich zum kleineren rund 9 %. Die Zeitersparnis für das Binden und Auswerfen der Ballen beträgt pro Tonne Stroh rund 20 %. Dies entspricht rund 4 % des gesamten Zeitbedarfes für das Pressen. Für das Verladen bzw. Einlagern der Ballen können rund 25 % der Zeit eingespart werden.
Größere Ballen sind entsprechend schwerer und können manuell dadurch schwerer manipuliert werden. Welcher Ballendurchmesser für die optimale Ausnutzung eines vorhandenen Lagerraumes der günstigste ist, hängt von dessen Abmessungen, insbesondere dessen Höhe ab.
Bei einem handelsüblichen Ballentransportanhänger mit einer Plateaulänge von 10,4 m können 26 Ballen mit einem tatsächlichen Durchmesser von 140 cm geladen werden. Dies entspricht 6.084 kg Stroh mit 11 % Wassergehalt. Bei den 166 cm großen Ballen können max. 22 Ballen geladen werden. Trotz der geringeren Ballenzahl ist mit 7.238 kg die transportierte Strohmasse um 1.154 kg höher, was bei größeren Transportentfernungen von entscheidender Bedeutung ist.

Fazit
- Starke Schwade ermöglichen hohe Massenströme in die Presse bei geringer Fahrgeschwindigkeit.
- Der Pressenfahrer beeinflusst durch Fahrweise und Einstellung der Presse die Ballenform und Dichte.
- Schneidwerke verbessern einerseits die Auflösbarkeit sowie die Ballendichte und erhöhen andererseits den Leistungs- und Energiebedarf und das Gewicht der Pressen.
- Durch Absenken der Fahrgeschwindigkeit nach rund 60 % der aufzunehmenden Schwadlänge wird bei Festkammerpressen die Ballendichte verbessert.
- Größere Ballendurchmesser vermindern die Anzahl der Ballen und damit sinken bezogen auf die Tonne Stroh der Bindematerialbedarf sowie der Zeitbedarf für das Binden, Auswerfen aus der Presse, Verladen bzw. Einlagern der Ballen.

Autoren: DI Franz HANDLER, Dipl.-HLFL-Ing. Emil BLUMAUER und Dipl.-HLFL-Ing. Manfred NADLINGER; FJ-BLT Wieselburg


Aktualisiert am: 03.06.2009 16:44
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