Strip Till bei Raps

Wird Raps als Streifensaat in Einzelkornablage bestellt, so zeigen sich vor allem in der Herbstentwicklung gravierende Unterschiede. Auf den Ertrag haben sich diese Unterschiede im LANDWIRT Praxistest nur zum Teil ausgewirkt.
Der Vergleichstest wurde auf den Flächen von Rupert Schmied in Bayern angelegt.
Der Vergleichstest wurde auf den Flächen von Rupert Schmied in Bayern angelegt.
Strip Till ist ein Bodenbearbeitungsverfahren, das vor der Saat nur streifenweise lockert. Das Samenkorn wird dann in den gelockerten Streifen abgelegt. Durch die Attraktionswirkung des Düngers auf die Wurzel und durch den tief gelockerten Streifen können sich die Pfahl- und Seitenwurzeln sehr gut entwickeln und Verdichtungen werden aufgebrochen.

LANDWIRT Praxistest
Der Vergleichstest wurde auf den Flächen von Rupert Schmied in Bayern angelegt. Der Landwirt hat die Strip Till-Kombination selbst entwickelt. Anders als die derzeit angebotenen Geräte sät Schmid den Raps im Praxisversuch mit einem Einzelkornsägerät. Die Vorteile der Einzelkornablage liegen in der genauen Einhaltung der Ablagetiefe sowie des Abstands in der Reihe. Nach der Vorfrucht Weizen wurden die jeweils 5 ha großen Versuchs- und Kontrollfelder zwei Mal gegrubbert. Vor der konventionellen Bestellung mit Kreiselegge und Drillsaat wurde der Dünger – jeweils 150 kg DAP und 40er Kali – breitflächig ausgestreut. Bei der Strip Till Variante wurde der gleiche Dünger in der Bearbeitungstiefe von ca. 25 cm und ca. 10 cm darüber als Düngerband in der Reihe abgelegt.

N-Mangel bei Breitsaat
In der Versuchsgruppe war ein sehr gleichmäßiger Aufgang der Rapskeimlinge zu beobachten. Der Schneckendruck war in der Strip Till Variante etwas höher. Durch die fehlende Bodenbearbeitung zwischen den Reihen und der geringen Rückverfestigung in den Streifen konnten sich Schnecken in der Versuchsvariante gut halten. Rein optisch schien die Breitsaat aufgrund der höheren Bestandsdichte von Anfang an im Vorteil zu sein.
Das änderte sich bis zum 6-Blattstadium gravierend. Nach und nach hellte der Drillsaatbestand auf und zeigte Anfang Oktober bereits klare N-Mangelerscheinungen. Der Grund lag zum einen an der fast doppelten Anzahl an Rapspflanzen im Kontrollbestand und in der Konkurrenzsituation nach Stickstoff zwischen der Rapspflanze und dem oberflächlich eingearbeiteten Stroh der Vorfrucht. Durch den ab Ende September einsetzenden Strohumsatz entsteht eine Konkurrenzsituation zwischen der Rapswurzel und dem verrottenden Stroh.
In der Strip Till Variante blieben die N-Mangel Symptome hingegen aus. Durch die starke Attraktionswirkung des Düngers und durch den gelockerten Streifen hat sich die Pfahlwurzel bis zum Zeitpunkt der verstärkt einsetzenden Strohrotte bereits in untere Schichten entwickelt und steht damit nicht in Konkurrenz zum Stroh.

Starke Wurzelentwicklung
Bis zum Ende der Vegetation entwickelten sich die Einzelpflanzen der Strip Till Variante viel stärker als die Pflanzen der Breitsaatvariante. Die Pfahlwurzeln der Versuchsgruppe hatten bereits im 6-Blatt Stadium eine Länge von 15 – 20 cm und somit das untere Düngerband fast erreicht. Im Vergleich dazu hielten sich die Wurzeln der Breitsaatvariante länger im oberen Bodenbereich auf und hatten zu diesem Zeitpunkt erst eine Länge von 8 – 10 cm erreicht. Zu Vegetationsende war die Entwicklung der Pfahl- und Seitenwurzeln der Versuchsgruppe etwa doppelt so weit fortgeschritten als jene der Kontrollgruppe.
Auch hinsichtlich Wurzelhalsdurchmesser waren die Strip Till Rapspflanzen mit durchschnittlich 18 bis 20 mm klar im Vorteil gegenüber der Breitsaatvariante mit Wurzelhalsdurchmessern von 10 bis 14 mm.

Ernteergebnisse ähnlich
Die Ernte Anfang August bestätigte die Vermutung. Der Strip Till Bestand konnte die ursprünglich beinahe halbierte Pflanzendichte durch die stärkere Entwicklung der Einzelpflanzen zur Gänze kompensieren. Durch die feuchte Frühjahrs- und heiße Sommerwitterung konnten die Strip Till Pflanzen ihr Potenzial aber nicht ganz ausschöpfen. Eine Frühjahrstrockenheit hätte die Rapspflanzen der Breitsaatvarianten mehr geschädigt als die Strip Till Pflanzen, die mit ihren langen Pfahlwurzeln Wasser und Nährstoffe aus unteren Bodenschichten heranziehen. Außerdem sorgten die beiden Hitzewellen im Juni und Juli für eine rasche Abreife beider Varianten. Die Strip Till Pflanzen hatten viel mehr und viel tiefer liegende Verzweigungen und Schoten. Bei normaler Sommerwitterung hätte die Abreife an den unteren Verzweigungen noch länger gedauert. Dies hätte sich auch ertragswirksam ausgewirkt.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Ausgabe 18/2013 des fortschrittlichen Landwirts.


Video Strip Till bei Raps


Aktualisiert am: 30.08.2013 10:06
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