Strategien zur Produktion gesunder Ferkel

Der Wunsch vieler Schweinemäster, ihre Ferkel nur mehr aus einer Herkunft zu beziehen, wird immer größer. Aufgrund der klein strukturierten österreichischen Ferkelproduktion ist das in vielen Fällen nicht möglich. Geschäftsführer Gerhard Grießler erklärt, wie der Niederösterreichische Ferkelring mit diesem Problem umgeht
Der Markt verlangt große, einheitliche und gesunde Ferkelpartien.
Der Markt verlangt große, einheitliche und gesunde Ferkelpartien.
Die Ferkelproduktion in Österreich ist traditionell klein strukturiert. In den Hauptproduktionsländern Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark liegt die durchschnittliche Zuchtsauenzahl pro Betrieb bei ca. 60 Stück. Produziert ein solcher Durchschnittsbetrieb mit 60 Zuchtsauen in einem 3-Wochenrhythmus, so ferkeln zirka acht Sauen in einer Gruppe ab. Aus dieser Gruppe ergeben sich etwa 80 verkaufsfähige Ferkel. Erfahrungsgemäß wird diese Ferkelpartie aufgeteilt auf drei Wochen verkauft. Nach der schnellwüchsigen ersten Verkaufspartiepartie, die etwa 20 Stück umfasst, wird darauf eine 40er „Großgruppe“ und zwei Wochen später eine 20er Restpartie verkauft. Es gibt aber auch viele Betriebe, die deutlich unter 60 Zuchtsauen halten.

Mastbetriebe sind schneller gewachsen
Auf der Abnehmerseite haben wir eher das Gegenteil. Die Mäster haben sich seit EU-Beitritt wesentlich schneller zu größeren Einheiten entwickelt als die Ferkelproduzenten. Mastbetriebe mit 2000 Mastplätzen sind auch in Österreich keine Seltenheit mehr. Ferkelgruppengrößen zwischen 200 und 1000 Stück sind Woche für Woche auf den Bestelllisten. Gefragt sind große, einheitliche und vor allem gesunde Ferkelpartien.

Der Wunsch vieler Schweinemäster, ihre Ferkel nur mehr aus einer Herkunft zu beziehen, wird immer größer. Neben dem zunehmenden Krankheitsdruck durch den internationalen Tierverkehr kommt ebenfalls das Verbot von chemischen und antibiotischen Leistungsförderern als erschwerender Faktor hinzu.

Freilich gibt es auch in Österreich viele Ferkelerzeuger, die große Mäster in diesen Dimensionen alleine beliefern können. Doch was macht der Durchschnitt und was machen Betriebe, deren Bestandgröße unter dem Durchschnitt liegt?

Autor: Ing. Gerhard Grießler, Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf


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Aktualisiert am: 08.09.2006 15:34
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