Stiere richtig ausmästen

Qualitäts-Stiermäster müssen die Fütterungsintensität auf die Produktionskategorie, die Grundfuttersituation und auf die Genetik abstimmen.
Ausgewogene, homogene Futtermischungen auf Maissilagebasis sind ein günstiges und hochwertiges Futter für die Qualitäts-Stiermast.
Ausgewogene, homogene Futtermischungen auf Maissilagebasis sind ein günstiges und hochwertiges Futter für die Qualitäts-Stiermast.
Wichtig ist, dass die Tiere entsprechend jung sind und den richtigen Ausmastgrad erreicht haben. Hier liegt derzeit das Grundproblem in der Vermarktung: Fett ist grundsätzlich der Geschmacksträger des Rindfleisches und für die Saftigkeit verantwortlich. Wenn zuviel Fett bereits in der Zerlegung und nicht am Teller weggeschnitten werden muss, dann vermindert es die Erlöse. Bei den Qualitätsprogrammen Premium und Gütesiegeljungstier wurde die Gewichtsobergrenze mit max. 460 kg Schlachtgewicht (warm) festgelegt. Das heißt jedoch nicht, dass auch das Produktionsziel in dieser Gewichtskategorie liegt. Für den optimalen Schlachtkörper sind nach wie vor ca. 400–420 kg bei nicht zu hohem Fettanteil das generelle Produktionsziel. Es gibt jedoch regionale Markenprogramme, die gut abgedeckte Schlachtkörper als Ziel haben. Es handelt sich dabei meist um Kleinprogramme, die vor allem Edelteile (Beiried, Rostbraten) in der Hochpreisschiene vermarkten.

Jeder Rindermäster muss sich zukünftig die Frage stellen, ob er für ein Qualitätsprogramm oder für den NO NAME Markt, der vor allem im Außer – Haus - Verzehr angesiedelt ist, produziert.

Einfache Rationen
In der Praxis bewähren sich optimierte einfache Rationen. Das Grundfutter der Wahl ist Silomais ergänzt mit 2,5 bis 3 kg Kraftfutter. Die Kraftfutterergänzung ist nährstoffmäßig auf die Grundfutterqualität (Untersuchungsergebnis vom Mais- und Grassilage) abzustimmen. Die Eiweißgaben in der Endmast sollten nur geringfügig vermindert sein als jene in der Vormast.
Mit einer optimierten Ration, ausreichender Trinkwasserversorgung, guter Stallluft, genügend Licht und Platzangebot und gesunden Tieren sollten hohe Tageszunahmen möglich sein.

Futteraufnahme entscheidet über den Masterfolg
Die Leistung und Wirtschaftlichkeit setzt auch in der Rindermast eine möglichst hohe Futteraufnahme voraus, die von vielen Faktoren abhängig ist!
Häufige Ursachen für einen verminderten Futterverzehr
*unzureichendes Futterangebot (keine Futterreste)
*unzureichende Wasserversorgung
* nicht ausreichende Strukturversorgung
* hohe Kraftfuttermengen (Pansenübersäuerung)
*fehlerhafte Fütterungstechnik (zu geringe Fresszeiten)
*schlechte Haltungsbedingungen (Luftraum und Luftqualität)
*mangelhafte Futterqualität (Futterhygiene!)
*extreme Witterung (Nebel im Spätherbst u. Hitze in den Sommermonaten)

Von DI Thomas MATTES, LK NÖ, St. Pölten und DI Werner HABERMANN, Rinderbörse Niederösterreich, Gut Streitdorf


Aktualisiert am: 24.07.2007 16:28
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