Steyr 4145 Profi S-Control 8 im Praxistest

Die Steyr Profi-Traktoren gibt es in einer großen Vielfalt, unter anderem mit fünf verschiedenen Getriebevarianten. Wir haben das Vierzylinder-Topmodell 4145 Profi mit der neuen 8-fach-Lastschaltung getestet.
Der Steyr 4145 Profi S-Control 8 fährt sich wie ein Pkw mit Automatikgetriebe.
Der Steyr 4145 Profi S-Control 8 fährt sich wie ein Pkw mit Automatikgetriebe.
Die Profi-Baureihe gibt es in drei Ausführungen mit insgesamt 15 verschiedenen Modellen von 116 bis 145 PS: Profi Classic, Profi und Profi CVT. Für unseren Praxistest stellte uns Steyr den größten Vierzylinder mit der neuesten Getriebeinnovation zur Verfügung: Ein automatisiertes 8-fach-Lastschaltgetriebe, das S-Control 8. Wir haben diesen universell einsetzbaren Traktor auf drei Testbetrieben bei der Futterernte und bei der Herbstbestellung unter die Lupe genommen. Für reine Ackerbaubetriebe, die großen Wert auf Zugkraft legen, bietet Steyr dieses Traktormodell auch mit sechs Zylindern an. Zu Beginn nächsten Jahres auch in Kombination mit dem S-Control 8-Getriebe.
Unser Testkandidat war sehr umfangreich ausgestattet: Fronthydraulik mit Frontzapfwelle, Kabinenfederung, Vorderachsfederung, Druckluftbremsanlage, Klimaanlage und das Spurführungssystem S-Guide. Vorne waren Räder der Dimension 520/60R28 und hinten 650/60R38 montiert.
In der Praxis hatte unser Profi einen besseren Auftritt als auf dem Prüfstand der BLT Wieselburg.

Die Kabine bietet viel Platz für Fahrer und Beifahrer, sowie eine gute Rundumsicht.
Die Kabine bietet viel Platz für Fahrer und Beifahrer, sowie eine gute Rundumsicht.
FPT-Motor
Der FPT-Motor schöpft seine Kraft aus vier Zylindern mit einem Hubraum von 4,5 Litern. Laut Hersteller leistet dieses Triebwerk bei Nenndrehzahl von 2.200 U/min 107 kW/145 PS. Mit Boost sollen es auf der Straße und im Zapfwellenbetrieb sogar bis zu 128 kW/174 PS sein. Die Abgasstufe IV wird mit SCR (AdBlue) und einem Dieseloxidationskatalysator (DOC) erreicht. Die Ergebnisse der Emissionskontrolle zeigten keine Auffälligkeiten.
Die BLT Wieselburg hat die Zapfwellenleistung sowohl im Standard- als auch im Boost-Modus ermittelt. Bei Nenndrehzahl im Standardmodus kommen 98,6 kW/134,1 PS am Zapfwellenstummel an. Die Maximalleistung von 106,3 kW/144,6 PS liegt bei 1.900 Motorumdrehungen. Im Boost-Modus für Zapfwellenarbeiten erhöhen sich die Maximalleistung um knapp 14 % und das maximale Drehmoment um 7,5 %.
Der serienmäßige Dieseltank fasst 210 Liter und reicht im Regelfall für einen langen Arbeitstag. Optional sind sogar 250 Liter möglich. In den AdBlue-Tank passen 39,5 Liter.

Das integrierte Fronthubwerk mit Frontzapfwelle erfüllt alle Normen und stemmt gute 2.805 kg.
Das integrierte Fronthubwerk mit Frontzapfwelle erfüllt alle Normen und stemmt gute 2.805 kg.
Automatikgetriebe
Das neue S-Control 8-Getriebe bietet einen sehr hohen Fahrkomfort. Die 24 Gänge sind in drei Gruppen aufgeteilt: A, B und C. Die acht Gänge in jeder Gruppe werden mit Doppelkupplungen unter Last geschaltet. Der Gruppenwechsel ist ebenso automatisiert.
Optional bietet dieses Getriebe noch Kriechgänge (48V/48R) und eine 40 km/h-Variante mit reduzierter Motordrehzahl.
Der Unterschied zu einem stufenlosen Antrieb ist gering. Augenscheinlichstes Merkmal ist das langsamere Beschleunigen aus dem Stillstand. Dafür kostet der Profi mit S-Control 8 aber auch um etwa 13.000 Euro inkl. 20 % MwSt. weniger, als der Profi CVT.

Wenig ZuladungIn diesem Punkt ist Vorsicht geboten: Mit einer Nutzlast von 3.310 kg hat man selbst im Grünland die Grenze des Gesetzes schnell erreicht. Unsere Testmaschine brachte 7.190 kg auf die Waage. Das zulässige Gesamtgewicht gibt der Hersteller mit 10.500 kg an. Im Prospekt steht ein Eigengewicht von nur 4.890 kg. Die hohe Differenz von 2.300 kg zu unserer Wiegung ist uns rätselhaft und lässt sich auch nicht mit verschiedenen Spezifikationen restlos erklären. Die zulässigen Achslasten sind hingegen ok: 4.900 kg vorne und 7.300 kg hinten.
Die Armlehnenbedienung mit Multicontroller, Joystick und Terminal wurde von den Testfahrern unterschiedlich bewertet.
Die Armlehnenbedienung mit Multicontroller, Joystick und Terminal wurde von den Testfahrern unterschiedlich bewertet.
Lob gab es wiederum für die Wendigkeit: Der Radstand von 2,69 m liegt über dem Durchschnitt dieser Leistungsklasse. Trotzdem war unsere Testmaschine wendig. Mit eingeschaltetem Allrad beträgt der Wendekreis- Durchmesser nur 12,92 m. – Mit ein Grund für diesen guten Wert dürften die etwas schmäleren Vorderräder sein.
Daneben gab es auch viel Lob für die Kabinen- und Vorderachsfederung. Der Fahrkomfort auf dem Acker und auf der Straße ist top!

Kabine mit viel Komfort
Leider trifft diese Aussage nicht für den Auf- und Abstieg zu. Dieser findet selbst bei Steyr-Fahrern wenig Zuspruch. Er sollte zumindest etwas breiter sein. Hat man aber einmal auf dem Fahrersitz Platz genommen, fühlt man sich schnell wohl. Die Rundumsicht ist gut, man hat ausreichend Platz, die Bedienelemente sind übersichtlich angeordnet und der Geräuschpegel bei der Arbeit ist niedrig.
Lob gab es auch für den bequemen und praktikablen Beifahrersitz und für die Ausleuchtung bei Nacht. Das LED-Lichtpaket wurde mehrmals positiv hervorgehoben. Bis zu 16 Arbeitsscheinwerfer sind möglich.

Weitere Details sowie alle Testergebnisse erfahren Sie in der LANDWIRT Ausgabe 22/2018 (Erscheinungstermin 16. November 2018).

Bestellen Sie kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 22/2018, solange der Vorrat reicht.

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Aktualisiert am: 17.11.2018 15:56
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