Steuerreform 2009 für Landwirte

Die Steuerreform 2009 wird sich auch auf die Besteuerung der Landwirte positiv auswirken. So gibt es allein aufgrund der Senkung des Einkommensteuertarifes grundsätzlich nur Gewinner. Neben der Tarifsenkung ist ein Familienpaket, ein neuer Gewinnfreibetrag sowie die Möglichkeit einer vorzeitigen Abschreibung vorgesehen.
Von der Steuerreform dürften nahezu alle bäuerlichen Familienbetriebe profitieren.
Von der Steuerreform dürften nahezu alle bäuerlichen Familienbetriebe profitieren.
Beachtenswert ist, dass der neue Gewinnfreibetrag erst ab 2010 beansprucht werden kann. Die anderen Maßnahmen greifen schon heuer.

Tarifsenkung
Die neuen, reduzierten Tarife lauten ab heuer wie folgt:
Einkommen Steuersatz
für die ersten € 11.000,- 0 %
für die nächsten € 14.000,-36,50 %
für die nächsten € 35.000,-43,21 %
für alle weiteren Beträge50 %

Besonders vorteilhaft ist die Reduktion der Tarife für (meist pauschalierte) Landwirte, die ein Einkommen zwischen 10.000,- und 11.000,- Euro erzielen. Sie mussten bisher ab einem Einkommen von 10.000,- Euro 38,33 % ihres Einkommens an den Fiskus abliefern. Sie ersparen sich also bei einem Einkommen von 11.000,- Euro ca. 383,33 Euro. Übersteigt ihr Einkommen nicht 11.000,- Euro, so fallen sie gänzlich aus der Einkommensteuerpflicht heraus.
Landwirte, die auch eine nichtselbstständige Arbeit ausüben (Nebenerwerbslandwirte), werden grundsätzlich bis spätestens 30. 6 2009 in einem Monat (April, Mai oder Juni) mehr Lohn erhalten. Das ist darauf zurückzuführen, dass derzeit im Rahmen der Lohnverrechnung noch die alten Tarife angewandt werden und nach Wahl des Dienstgebers im April, Mai oder Juni eine Anpassung an die neuen Tarif erfolgt. Dies wird in diesem ausgewählten Monat zu einer Lohnsteuergutschrift und damit zu einem höheren Nettolohn bzw. Nettogehalt führen.
Wie bisher dürfen - bei Vorliegen der Voraussetzungen – von der Einkommensteuer noch die diversen Absetzbeträge abgezogen werden, die die zu bezahlende Steuer vermindern.

Neues Familienpaket
Nach der Einführung einer 13. Kinderbeihilfe und des einkommensabhängigen Kindergeldes sieht die Steuerreform 2009 weitere Entlastungen für Familien vor. Dies wird durch eine Anhebung des Kinderabsetz- und Unterhaltsabsetzbetrages und des Kinderfreibetrages erreicht.
Erstmals können auch Kinderbetreuungskosten bis zu einem Betrag von 2.300 Euro pro Kind im Jahr steuerlich abgesetzt werden. Begünstigt sind Kinder bis zehn Jahre, wobei der Steuerpflichtige die Betreuungskosten tatsächlich selbst bezahlt muss. Die Betreuung muss in privaten oder öffentlichen Kinderbetreuungsinstitutionen (z.B. Hort, Kindergarten, Internat) oder von einer pädagogisch vergleichbar tätigen Person erfolgen.

Autor: Dr. Christian URBAN, LBG


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Aktualisiert am: 07.05.2009 10:53
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