Steuerentlastung für Alleinverdiener und Alleinerzieher

Kinder bereiten nicht nur Freude, sondern kosten auch Geld. Daher wurde mit dem Steuerreformgesetz 2005 bereits rückwirkend ab dem Jahr 2004 eine steuerliche Entlastung für Alleinverdiener mit Kindern und Alleinerzieher geschaffen.
Besonders interessant ist dieser Steuertipp für Landwirte, die ausschließlich in der Urproduktion tätig sind, insbesondere dann, wenn ein Ehepartner allein Bewirtschafter des Betriebes ist und für Nebenerwerbslandwirte mit Zusatzeinkommen aus einem Dienstverhältnis.
Besonders interessant ist dieser Steuertipp für Landwirte, die ausschließlich in der Urproduktion tätig sind, insbesondere dann, wenn ein Ehepartner allein Bewirtschafter des Betriebes ist und für Nebenerwerbslandwirte mit Zusatzeinkommen aus einem Dienstverhältnis.
Schon bisher hatten Alleinerzieher und Alleinverdiener unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen steuerlichen Absetzbetrag in Höhe von jährlich 364,- Euro. Ab dem Jahr 2004 gibt es dazu zusätzlich noch einen gestaffelten Kinderzuschlag. Dieser beträgt 130,- Euro für das erste Kind, 175,- Euro für das zweite Kind sowie 220,- Euro für jedes weitere Kind. Einem Alleinverdiener bzw. Alleinerzieher mit vier Kindern steht somit ein Alleinverdiener- bzw. Alleinerzieherabsetzbetrag in Höhe von insgesamt 1.109,- Euro zu.

Wer ist Alleinverdiener bzw. Alleinerzieher?
Alleinverdiener sind Sie, wenn Sie mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet sind oder ebenso lange in einer Lebensgemeinschaft leben und in diesem Fall mindestens für ein Kind Familienbeihilfe bezogen wird. Als zusätzliche Voraussetzung darf das Einkommen des (Ehe)Partners einen bestimmten Grenzbetrag nicht überschreiten. Und hier hat es eine weitere Verbesserung durch das „Familienpaket“ gegeben: Bis einschließlich 2003 betrug die erlaubte Zuverdienstgrenze für den (Ehe)Partner 4.400,- Euro pro Jahr. Diese Grenze wurde ab dem Jahr 2004 auf ein Jahreseinkommen in Höhe von 6.000,- Euro angehoben.
Alleinerzieher ist, wer mehr als sechs Monate im Jahr in keiner (ehelichen) Gemeinschaft lebt und Familienbeihilfe für mindestens ein Kind erhält.

Wie kommt man zum (erhöhten) Absetzbetrag?
Wenn Sie in einem Dienstverhältnis stehen, kann der Alleinverdienerabsetzbetrag einschließlich des Kinderzuschlages bereits bei der laufenden Lohnverrechnung monatlich berücksichtigt werden. Selbst wenn Sie bisher schon den Alleinverdienerabsetzbetrag beansprucht haben, müssen sie dem Dienstgeber dazu auf jeden Fall neuerlich das Formular E 30 vorlegen, damit die Kinderzuschläge berücksichtigt werden können. Das Formular ist wie die meisten gängigen Formulare auch auf der Homepage des BMF (www.bmf.gv.at) abrufbar. Natürlich kann der (erhöhte) Absetzbetrag auch im Nachhinein im Zuge einer Arbeitnehmerveranlagung (= Jahresausgleich) geltend gemacht werden. Wer ohnehin eine Einkommensteuererklärung abgeben muss, beantragt den Alleinverdienerabsetzbetrag bei dieser Gelegenheit. Ganz wichtig ist es hier ab dem Jahr 2004 natürlich, dass Sie nicht vergessen, die Anzahl der Kinder einzutragen. Wer weder in einem Dienstverhältnis steht und auch keine Einkommensteuererklärung legt, weil seine Einkünfte unter der Steuererklärungspflicht liegen, kann die Erstattung des Absetzbetrages mit dem Formular E 5 beantragen.

Wirkungsweise des Absetzbetrages:
Der Alleinverdienerabsetzbetrag wird im Regefall von dem Ehegatten beansprucht, der das höhere Einkommen hat. Absolute Voraussetzung für die Zuerkennung ist, dass der weniger oder nicht verdienende Ehegatte ein Jahreseinkommen unter 6.000,- Euro hat. Beim Einkommen ist alles zusammen zurechnen (Landwirtschaft, Mieteinkünfte, Gehalt, Zinsen etc.). Bei gemeinsamer Betriebsführung zweier Ehegatten kann natürlich wahlweise der eine oder andere Ehegatte dem Absetzbetrag beanspruchen, wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Text: Mag. Michael GMEINER, LBG Graz


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Aktualisiert am: 11.01.2005 15:48
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