Steirischer Waldverband verleiht den Waldwirtschaftspreis und will besser gehört werden!

Die offiziellen Vertreter der steirischen Waldbauern nutzten die Preisverleihung als Podium, sich Gehör für die Anliegen der Waldbauern zu verschaffen!
Marianne und Hubert Rappold mit Tochter Viktoria freuen sich über den Steirischen Waldwirtschaftspreis 2011
Marianne und Hubert Rappold mit Tochter Viktoria freuen sich über den Steirischen Waldwirtschaftspreis 2011
Frohnleiten, 28.04.2011. Offenbar angeheizt durch eine von der BIOSA – Präsidentin, Hermine Hackl, präsentierten Studie, wonach 70 % der Österreicher glauben, der Wald gehört dem Staat, klangen die Ansagen von Verbandsobmann Paul Lang und Kammerforstdirektor DI Stefan Zwettler sehr entschlossen. „Wir wollen lauter werden, nach außen hin selbstbewusster auftreten und aufzeigen, dass wir eine der stärksten Wertschöpfungsbringer der heimischen Holzwirtschaft sind – wir brauchen uns nicht zu verstecken!“, so Lang kämpferisch in seinem Statement. Zwettler sieht in den „schwarzen Zahlen, die der Waldverband schreibt, ein Zeichen für eine erfolgreiche Arbeit“ und will das Jahr des Waldes dazu nutzen, die Dienstleistungen seiner Waldbauern besser zu präsentieren. Immerhin!

Eigentumsrechte beschnitten?
Erfrischend offen bringt es allerdings nur der frischgebackene Preisträger, Herr Hubert Rappold aus Frohnleiten, auf den Punkt, um was es offenbar wirklich geht: „Ich stehe dazu, dass die Bevölkerung Erholung in den Wäldern suchen kann. Allerdings ist es für mich erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit der Wald oft betreten wird, ohne auf Wild, Wald und Verbotsschilder Rücksicht zu nehmen“. Die größte Herausforderung für den Waldverband sieht er nämlich darin, dass „die Eigentumsrechte der Waldbesitzer nicht weiter beschnitten werden dürfen“!

Preis und Preisträger
Der Steirische Waldwirtschaftspreis für vorbildliche Waldwirtschaft wird übrigens an steirische Waldbesitzer verliehen, die innovativ und vorbildlich ihren Wald bewirtschaften und somit auch Vorbildfunktion für andere Waldbesitzer in ihrer Region haben. Der Preisträger von 2011 ist Mitglied der Waldwirtschaftsgemeinschaft Frohnleiten und bewirtschaftet mit seiner Familie insgesamt 100 Hektar in Adriach im Zentrum. 78 Hektar davon sind Wald. Die 550 fm Jahreseinschlag erledigt Hubert Rappold allein mit seinem Vater von Anfang September bis Ende April. Im Sommer fließt die Arbeitskraft des Familienverbandes in die Jungwuchspflege und Grünlandarbeit für die extensive Mutterkuhhaltung.


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Aktualisiert am: 30.04.2011 03:41
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