Steirersaat: Saatguterzeuger blicken auf schweres Jahr zurück

Das Wetter stellte die Saatguterzeuger der SteirerSaat-Genossenschaft heuer vor große Herausforderungen. Trotz aller Probleme schloss die Bilanz mit einem Gewinn ab.
Obmann Sepp Hainzl eröffnete die Generalversammlung am Freitag, 25.11.2005 im Raiffeisenhof in Graz mit einem brisanten Thema: Die Konsumenten wollen gentechnikfreie Produkte, niemand will dafür mehr zahlen - er verwies auf das Beispiel Milch - und das setzt natürlich auch die Preise für Saatgut unter Druck. Beim Mais ist es am offensichtlichsten. Der Niedrigwasserstand der Donau macht ein Ausweichen auf die Transportkapazitäten von Straße und Schiene nötig, doch die Zahl der geeigneten LKW´s und Waggons ist begrenzt. Eiin dritter Punkt, der die Preise - eher langfristig - unter Druck setzt: Bei der Erzeugung von Biotreibstoffen orientiert sich der Hersteller am Interventionspreis. Er kann gar nicht viel mehr bezahlen, denn das Endprodukt konkurriert mit den niedrigeren Weltmarktpreisen, zB mit Bioethanol aus Südamerika.

Positive und negative Flächenentwicklung
Insgesamt betrug die Vermehrungsfläche der in der SteirerSaat organisierten Vermehrer etwas 3800 ha. Stark rückläufig sind die Vermehrungsflächen bei den Sommerungen, sie geraten durch die Konkurrenz aus den neuen deutschen Bundesländern (ehem. DDR) unter Druck. Alternativen wie zB Gras und Klee legen dagegen teilweise zu. Beim Kürbis wird eine Zunahme des Anbaus im nächsten Jahr erwartet, dementsprechend müssten auch die Vermehrungsflächen zunehmen. Bei den Pflanzkartoffeln werden ca. 10% bereits über Kleingebinde (5kg) über die Marke Immergrün über Haus- und Gartenmärkte abgesetzt. Ein wesentliches Vermehrungsprodukt der Genossenschaft ist Maissaat, hier liegt die Exportquote bei ca. 50% und damit sind die Vermehrer stark abhängig von den allgemeinen Marktbedingungen. Schlechter Preis, das weitere Vordrinigen des Maiswurzelbohrers und Witterungsbedingungen, die die Blüte stark beeinträchtigten, ließen bei den Züchtern keine rechte Freude aufkommen.

Bilanz legt zu
Die Genossenschaft mit den 1140 Mitgliedern ist mit einem Eigenkapitalanteil von 85% solide finanziert. Ein Bilanzgewinn trotz widriger Umstände zeugt vom guten Management und Einvernehmen von Vorstand und Aufsichtsrat. So ist es nur natürlich, dass alle Funktionäre einstimmig entlastet wurden.

Weiter Infos:www.steirersaat.at


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Aktualisiert am: 12.12.2005 18:42
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