Steinklee – die neue Pflanze für Biogas und Brennstoffe?

Die Ansprüche sind gering, die Erträge hoch, die ökologische Wertigkeit ist beeindruckend. Negativ ist das Image wegen des Cumaringehaltes. Doch das stört nicht bei der Biogasproduktion. Steinklee könnte vor einer Renaissance stehen.
Steinklee erreicht eine Höhe von 1,80 bis 2,10 m.
Steinklee erreicht eine Höhe von 1,80 bis 2,10 m.
Steinklee ist inzwischen als Futterpflanze praktisch bedeutungslos. Heute bietet sich die Nutzung und Verwertungen des Steinklees zur Biomasseproduktion für die Energiegewinnung über Biogas an. Als Coferment erhöht er den Trockensubstanzgehalt der Gülle und so die Biogasausbeute.
Eine weitere Verwertungsrichtung könnte in der Nutzung als Brennstoff liegen. Von der bald nach der Blüte verholzenden Pflanze konnten bei ersten Versuchen durchschnittlich 90 dt mit einem TS-Gehalt von ca. 75 % geerntet werden. Der Energiegehalt liegt mit 17,23 MJ/kg TM bei zweijährig geernteten Beständen höher als bei Holzhackschnitzel (16,94 MJ/kg TM) und Miscanthus (16,82 MJ/kg TM). Einjährig, als Heu geernteter Bokharaklee (16,86 MJ/kg TM) ermöglicht, zum richtigen Zeitpunkt geerntet, eine weitere Ernte im Folgejahr. Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Steinklees als Coferment für Biogasanlagen, als Brennstoff und als Gründüngungspflanze mit erheblichen Stickstoffbindungsvermögen machen ihn als Energiepflanze interessant.

Kurz das Wichtigste
Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen schränkt der Cumaringehalt die Nutzung des Steinklees zur Biogasgewinnung nicht ein. Der Steinklee könnte wieder anbauwürdig sein und eine Zukunft wegen seiner Anspruchslosigkeit und der sehr hohen Naturalerträge haben, die ihn für die Erzeugung von Biogas auf den grundwasserfernen Sandböden in Trockenlagen prädestinieren. Sein Anbau bereichert die Artenvielfalt, erhöht das Speicherungsvermögen für Wasser und Nährstoffe und begünstigt die Humusbilanz trotz Abfuhr von Biomasse, insbesondere durch die Wurzelmasse.

Weitere Einzelheiten zu Bodenansprüchen, möglichen Erträgen, Tipps zur Aussaat, die Eignung zum Mischfruchtanbau, der Vermehrung aus eigener Hand und der ökologischen Wertigkeit lesen Sie in Ausgabe 13 vom 1. Juli 2011 auf den Seiten 64-65.

Autoren: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Norbert MAKOWSKI, Rostock-Biestow, Dr. Bronislawa SCHELUTO, Belorussische Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Gorki (Weißrussland), Ines BULL und Matthias DIETZE, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Gülzow (D)


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Aktualisiert am: 17.06.2011 12:31
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