Starker Anstieg von Biowinzern

Während in Deutschland das Thema Bio in der Weinwirtschaft schon längst die Öffentlichkeit bewegte, sind dort lediglich 2 % der Winzer biologisch aktiv. In Österreich sind derzeit 4,3 % Bio-Weine am Markt, und die Tendenz ist stark steigend.
In Österreich sind derzeit 4,3 % Bioweine am Markt.
In Österreich sind derzeit 4,3 % Bioweine am Markt.
Waren es zu Beginn die Pioniere, die den Markt prägten, so hat sich die neue Bio-Generation total verändert. Keine Spur mehr vom Wollsocken-Image. Auch im Auftritt der Winzer hat sich einiges geändert. Darüber hinaus gibt es auch Betriebe, die gerade jetzt in der Umstellungsphase sind und in den nächsten ein bis zwei Jahren mit berühmten Namen die Bio-Szene bereichern werden.

Rein rechtlich gesehen gibt es den Begriff „Bio-Wein“ in der EU nicht. Die Europäische Union schuf in der EU-Richtlinie 2092 aus dem Jahr 1991 die Basis für den ökologischen Landbau. Oberstes Ziel ist es, im Weinbau möglichst ohne Chemie auszukommen. Herbizide, Fungizide, leicht lösliche Mineraldünger und chemisch-systemische Pflanzenschutzmittel sind generell verboten. Es wird versucht, unter Einhaltung der natürlichen Zyklen und der biologischen Vielfalt in den Weingärten, die Widerstandsfähigkeit der Weinreben zu stärken und die Maßnahmen gegen eventuelle Krankheiten vorausschauend bzw. vorbeugend zu betreiben.

BIO AUSTRIA ist der Dachverband für 14.000 Bio-Betriebe Darunter fallen auch alle ca. 250 relevanten österreichischen Bio-Winzer. Die Herstellungsrichtlinien von BIO AUSTRIA gehen über die Mindestanforderung der EU-Richtlinie hinaus und sind vor allem bei den zugelassenen Mengen für Schwefel und Kupfer strenger. Darüber hinaus sind Weingärten von BIO AUSTRIA-Winzern an der Begrünung zu erkennen, die für Weinbauern verpflichtend ist. Der Demeter-Verband ist die Vereinigung der Biodynamiker, die nach dem Gedankengut des Antroposophen Rudolf Steiner arbeiten. Er ließ in seine Philosopie den Einklang von Natur und Kosmos einfließen. Dabei werden selbst hergestellte Präparate aus Pflanzen und Kräutern, Kuhmist und Kuhhornspäne zur Stärkung der Reben und zur Vitalisierung des Bodens eingesetzt. Die Arbeiten im Weingarten richten sich nach den Mondphasen mit Frucht- und Wurzeltagen.

Eine weitere Vereinigung namhafter Bio-Winzer ist Bioveritas. Die Gruppe besteht aus 13 BIO AUSTRIA – Winzern und ist als Vermarktungsgemeinschaft schon über 10 Jahre aktiv. Geleitet wird Bioveritas im Moment von Hans Zillinger, einer Fixgröße des biologischen Weinbaus in Österreich.

Der Schwerpunkt der Arbeit eines Bio-Betriebes liegt im Weingarten. Reiner Wein aus intakter Natur ist das Ziel. Dieses wird erreicht durch Gesunderhaltung der Böden, Rücksicht auf die Artenvielfalt und das ökologische Gleichgewicht im Biotop Weingarten sowie Schaffung von optimalen Lebensräumen für die Nützlinge. Da ohne „chemische Keule“ vorausschauend gearbeitet werden muss, sind die Hand- und Laubarbeit im Weingarten sowie die oftmaligen „homöopathischen Spritzungen“ mit immensem Zeitaufwand verbunden. Alles, was die Umwelt belastet, soll vermieden werden.

Herkömmliche Rebsorten, vor allem dichtbeerige, verlangen intensive Pflege und oftmaliges Spritzen. Bei den so genannten pilzwiderstandsfähigen (PiWi)-Sorten sieht die Sache anders aus. Diese Kreuzungen vereinen die robusten Erbanlagen der amerikanischen Reben mit der Qualität der europäischen Edelrebsorten. Roesler, Ráthay, Regent & Co. sind Antwort und Ergänzung der sensiblen herkömmlichen Sorten. Die wesentlichen Vorteile sind eine gewisse Pilzresistenz, geringe Fäulnisanfälligkeit und in der Folge weniger Spritzungen. Die BIO AUSTRIA-Winzer Zillinger und Paradeiser aus Fels am Wagram sind in Österreich Vorreiter auf diesem Gebiet.

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Aktualisiert am: 08.04.2008 09:23
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