Stallplanung: Am Anfang und am Ende steht die Kuh

Stallbauexperte Prof. David Kammel von der Universität in Wisconsin (USA) zeigte anlässlich seines Besuchs in Deutschland Landwirten Planungsbeispiele aus seiner Beratertätigkeit. Die Autorin fasst die für mitteleuropäische Verhältnisse interessanten Aspekte des Vortrages zusammen.
Ställe werden für Kühe gebaut, nicht für Menschen, so Prof. Kammel aus Wisconsin.
Ställe werden für Kühe gebaut, nicht für Menschen, so Prof. Kammel aus Wisconsin.
Nach seinem Vortrag gab Prof. Kammel den Zuhörern Gelegenheit, die für sie brennenden Fragen an ihn zu richten. Die wichtigsten Themen und Fragen haben sowie die Antworten haben wir für Sie zusammengefasst.

Dachisolation – ja oder nein?
Kammel: Eine Dachisolation ist für den Sommer absolut wichtig. Dabei sollte jedoch auf einen Vogelschutz und eine glatte Oberfläche geachtet werden, damit die Vögel sich nicht absetzen können.

Wie kann man das Melken beschleunigen?
Kammel: Ein gerader Zutrieb und Abtrieb der Kühe in den Melkstand und ein Vorwartehof mit Treibehilfe beschleunigt das Melken. Außerdem empfiehlt es sich, die Herde in verschiedenen Gruppen (Färsengruppe, Frischmelker, schwermelkende Kühe) aufzuteilen.

Wie sieht eine ideale Kälberhaltung aus?
Kammel: Die Kälber sollten von der Geburt bis zum Absetzen in Kälberhütten/Iglus untergebracht werden. Nach dem Absetzen kann man die Kälber in Kleingruppen von 4-6 Kälbern auf Stroh halten, ab 6 Monaten ist eine Haltung größere Gruppen von 10 bis 20 Tieren in einem Einraumlaufstall oder später in einem Zweiraumlaufstall mit Schieber empfehlenswert. Es reicht aus, erst gegen Ende der Aufzucht die Tiere an spätere Haltungsbedingungen anzugewöhnen.

Soll man die Aufstockung von 30 auf 60 Kühen und AMS in einem Entwicklungsschritt durchführen?
Kammel: Es empfiehlt sich, erst die Kühe aufzustocken und den Laufstall zu bauen. Die Kühe sollten in dieser Phase jedoch weiterhin im Anbindestall gemolken werden. Das AMS sollte erst später installiert werden.

Wie breit sollte der Fressgang sein?
Kammel: Idealerweise sollte der Fressgang ca. 5m breit sein, damit die Tiere am Fressgitter stehen, gleichzeitig die Kühe aus den Liegeboxen aufstehen und andere auf dem Gang laufen können.

Autorin: DI Sibylle MÖCKLINGHOFF-WICKE, Innovationsteam Milch Hessen


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Aktualisiert am: 18.07.2008 10:48
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