Stallklimacheck … und der Winter kann kommen!

Die tiefen Temperaturen der Herbstnächte sollten Anlass für einen umfangreichen Stallklimacheck in allen Schweineabteilen sein. Nicht immer kann das installierte Lüftungssystem diese tiefen Temperaturen bis in den Tierbereich kompensieren. Der Tiergesundheit wegen lohnt sich der Aufwand allemal.
Mit unbefestigter Dämmung hat der Wind ein leichtes Spiel. Für die Wintermonate lassen solche Mängel allerdings nur noch einen punktuellen Lufteintrag erwarten.
Mit unbefestigter Dämmung hat der Wind ein leichtes Spiel. Für die Wintermonate lassen solche Mängel allerdings nur noch einen punktuellen Lufteintrag erwarten.
Die beste Steuerung ist nutzlos, sofern sie nicht richtig programmiert und eingestellt ist. Neben der Solltemperatur (jene Temperatur, die das Lüftungssystem anstrebt) ist vor allem die Einstellung der Temperaturbandbreite (Spreizung) von enormer Bedeutung. Entgegen den Empfehlungen der Situation im Somme, die Bandbreite (Temperaturdifferenz, die das Lüftungssystem von Minimum auf Maximum anhebt) auf 5 bis 6 °C zu erhöhen, ist für die Zeiten im Spätherbst und Winter die Bandbreite auf 2 bis 3 °C zu reduzieren. Schweine reagieren in den Sommermonaten auf das zur Verfügung gestellte breitere Temperaturspektrum durchaus positiv. Das eingeschränkte Thermoregulationsverhalten macht jedoch bei tieferen Temperaturen die Reduzierung der Bandbreite notwendig.

Ferkelplatten kontrollieren
Die Sauen selbst sind für Temperaturen um die 20 Grad durchaus dankbar, für die Ferkel reichen diese jedoch nicht aus, um ihren Wärmebedarf zu decken. Die mit Warmwasser oder elektrisch beheizten Ferkelplatten sollten diesen Wärmebedarf vor allem in den ersten Lebenswochen decken können. Die ideale Oberflächentemperatur würde bei etwa 38 °C liegen. Eine gleichmäßige Wärmeverteilung über die gesamte Oberfläche wäre anzustreben. In der Praxis sind oftmals völlig andere Bedingungen vorzufinden. Die Beobachtung am Liegeverhalten der Ferkel gibt wertvolle Aufschlüsse über unter- oder überbeheizte Ferkelnester. Haufenlage am Ferkelnest deutet auf zu geringe Temperatur, Nestrandlage auf möglicherweise zu hohe Temperaturen hin. Das Ändern der Durchflussmenge an den Pumpen oder das Installieren zusätzlicher Thermostate kann oft Abhilfe schaffen. Geringere Ferkelverluste lohnen den Aufwand allemal. Im Handel erhältliche Messgeräte zur Erfassung der Oberflächentemperatur sind mittlerweile erschwinglich und können ebenfalls wertvolle Hilfestellung geben.

Autor: Eduard ZENTNER und Daniel EINGANG, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


Aktualisiert am: 21.11.2006 14:20
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