Stallhygiene: jetzt Mäuse und Ratten konsequent bekämpfen

Werden die Tage kürzer und die Nächte länger, so steigt auch das Mäuse- und Rattenproblem in den Ställen und Getreidelagern. Zur effektiven Bekämpfung der intelligenten Schadnager ist es notwendig, deren Gewohnheiten zu kennen.
Ratten halten sich während der Sommermonate gerne in der Nähe von Bächen auf und suchen im Herbst wärmere Behausungen. Getreidelager und Ställe sind attraktive Ziele.
Ratten halten sich während der Sommermonate gerne in der Nähe von Bächen auf und suchen im Herbst wärmere Behausungen. Getreidelager und Ställe sind attraktive Ziele.
Im Herbst bis in den beginnenden Winter, wenn die Tage und Nächte kühler werden, dann sind auch Ratten und Mäuse auf landwirtschaftlichen Höfen wieder zu sehen. Diese sonst sehr scheuen Tiere suchen vor dem Winter einen wärmeren Unterschlupf. Gleichzeitig ist der „Tisch“ reichlich gedeckt: Die Getreidelager sind voll! Dabei sind die Futterverluste durch Schadnager nicht das wesentliche Problem, das eigentliche Problem bezieht sich auf die Hygiene.

Köder aufstellen
Mit Mäusekot und Urin verschmutztes Futter schmeckt nicht und kann Krankheiten übertragen. Dysenterie und Salmonellen sind dabei zu nennen. Neben diesem Einfluss auf die Bestandsgesundheit machen auch durch Mäuse und Ratten hervorgerufene Schäden an Isoliermaterial und Kabel eine Bekämpfung notwendig. Nicht selten sind es Mäuse, die für einen Kurzschluss im elektrischen System verantwortlich sind. Und wenn dann einmal gar nichts mehr geht, dann ist die Fehlersuche mühsam, langwierig und mit enormem Stress verbunden, da die Technik im Stall täglich laufen muss.
Dass es auf einem landwirtschaftlichen Betrieb überhaupt keine Mäuse gibt, gilt als unwahrscheinlich. Daher sollte stets Ködern ausgelegt werden. Um diese wirkungsvoll zu platzieren, ist es notwendig, die Gewohnheiten der Schadnager zu kennen.

Wie sind Ratten zu bekämpfen?
Im Herbst sollen die Köder möglichst in die Laufwege der Rattenrudel gestellt werden. Dies ist meist entlang von Wänden und Mauern. In Gerümpel halten sie sich besonders gerne auf. Deshalb ist die wichtigste Vorbeugemaßnahme eine aufgeräumte Hoffläche. Die kumarinhältigen Mittel sind in einfachen Köderboxen, auszulegen. Die Boxen haben den Vorteil, dass Ratten solche „Verstecke“ suchen. Dort kann der Köder ungestört aufgenommen werden und andere Tiere (Nutz- oder Haustiere) sind damit nicht gefährdet. Diese Köderboxen können leicht selbst hergestellt werden Ein Holzkasten, ein Drainagerohr und eine Schachtel erfüllen diesen Zweck.

Schadnagerbekämpfung dokumentieren
Die Schadnagerbekämpfung gehört zur Grundhygiene auf jedem Betrieb. Wer laufend Ordnung hält und diesen Maßnahmen ein Augenmerk schenkt, spart sich viel Ärger und unnötige Kosten. Der natürliche Feind der Mäuse und Ratten, unsere Hauskatze, soll auch erwähnt werden. Diese kann in gewissem Umfang auch dazu beitragen, dass sich Ratten und Mäuse nicht ausbreiten. Weiters muss darauf hingewiesen werden, dass die Schadnagerbekämpfung laut CC-Richtlinie zu dokumentiert ist.

Autor: Ing. Franz STRASSER, Beratungsstelle für Schweineproduktion, Wels


Aktualisiert am: 04.11.2009 15:36
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