Stallbau: Nasenlüftung - woher der "Wind" weht

Nasenlüftungen im Abferkelstall erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei Mensch und Tier: Die Sauen erhalten viel frischen Sauerstoff, und zwar genau dort, wo sie ihn brauchen – direkt vor der Rüsselscheibe.
„Durch diese optimal konditionierte Luftzufuhr sollen sowohl eine gute Tiergesundheit als auch hohe Leistungen der Sauen im Abferkelbereich sichergestellt werden. Durch den Kühleffekt und den hohen Sauerstoffgehalt der Luft kann z. B. der Stoffwechsel bei hohen Milchleistungen entlastet werden.“ Je nach Zuluftführung unterscheidet man zwei Systeme:
- die Nasenlüftung von oben, bei welcher die Zuluft über die abgehängte Stalldecke aus dem isolierten Dachraum angesaugt und durch ein Kunststoffrohr von oben an die Sau herangeleitet wird
- die Nasenlüftung von unten, die die Zuluft über quer durch den Güllekanal verlaufende Kunststoffrohre bis an den Kopfbereich der Sau führt.

Nasenlüftung: Kunststoffrohre mit 20 cm Durchmesser

Nasenlüftung im Abferkelstall
Nasenlüftung im Abferkelstall
Hinsichtlich ihrer Funktionsfähigkeit bestehen zwischen den Systemen keine Unterschiede. Beide Nasenlüftungen können vom Landwirt selbst installiert werden; ebenso ist der Einbau über den Stalleinrichter möglich. Auch was die Zuluftführung betrifft, kommen bei beiden Systemen handelsübliche Kunststoffrohre mit einem Durchmesser von 200 mm zum Einsatz. Bei der Nasenlüftung von oben ragt das Kunststoffrohr höchstens 80 cm von der Decke nach unten, da sich so die Frischluft optimal mit der Stallluft mischen kann und Zugluft vermieden wird. Im gedämmten Zuluftraum im Dachbereich achte man darauf, dass alle Rohrabgänge gleichmäßig mit Frischluft versorgt werden (gleiches Luftvolumen und gleiche Luftgeschwindigkeit). So lassen sich Fehlluftströme, insbesondere zum Ferkelnest hin, vermeiden.

Lüftungskosten: Beide Lüftungssysteme schneiden gleich ab

Entscheidet man sich für eine Nasenlüftung von unten, ist „Grundvoraussetzung für das System, dass sie Frischluft von außen unterhalb des Serviceganges in das Abteil gezogen wird. Das heißt, der Kanal unter dem Service- bzw. Kontrollgang im Abteil gehört nicht zum Güllebereich, sondern dient als reiner Zuluftkanal.“ Die Austrittsgeschwindigkeit der Frischluft ist vergleichbar mit der Nasenlüftung von oben. Auch was die Kostenseite betrifft, schneiden die „Nasenlüftung von oben“ und die „Nasenlüftung von unten“ gleich gut ab, wenn auch aus verschiedenen Gründen. Bei der Nasenlüftung von oben liegen die durchschnittlichen Baukosten je Platz bei 165 €, bei der Variante von unten bei 195 €. Allerdings punktet die Nasenlüftung von unten bei den variablen Kosten. Da die Zuluft an den Güllekanalwänden entlang streicht, nutzt sie den Wämetauschereffekt, so dass die Nasenlüftung von unten bei den Energiekosten günstiger abscheidet.

Quelle: www.deuka.de - „Nasenlüftung: Von unten oder besser von oben?“ von Dr. Wilhelm Pflanz und Werner Geißler in SUS 4/09, S. 36 - 39


Aktualisiert am: 08.09.2009 16:44
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