Stallbau: Auch im Sommer kühle Schweineställe

Sommerhitze macht den Schweinen zu schaffen, egal ob es sich um Sauen oder Mastschweine handelt. Die Schweine nehmen weniger Futter auf: Im Maststall sinken die Tageszunahmen und im Sauenstall steigt die Zahl der Umrauscher deutlich an.
Bei kühler Zuluft lassen sich diese Probleme in Grenzen halten oder ganz vermeiden. Das A und O ist eine funktionierende Lüftungsanlage, deren Leistung nicht durch Staub und Verunreinigungen geschmälert wird. Daher gilt der erste Check der Lüftung, wenn die Sommerhitze hereinbricht:
1. Sind die Schutzgitter vor den Ventilatoren und die Ventilatorschaufeln frei von Schmutz?
2. Wie sehen die Abluftkanäle und –klappen bei Zentralabsaugung aus?
3. Funktioniert der Temperaturfühler einwandfrei?

Erdwärmetauscher kompensieren Temperaturschwankungen

„Beim Lüftungssystem liegen oft die größten Probleme. Es kann nicht sinnvoll sein, eine unzureichende Lüftung mittels Kühlung in einen halbwegs funktionierenden Zustand zu bringen.“ Gibt die Lüftung keinen Anlass zur Klage, bieten auf lange Sicht bauliche Veränderungen eine Lösung. Beim Neubau eines Stalles kann über einen Erdwärmetauscher nachgedacht werden. Hierbei werden Wellrohre im Abstand von jeweils 0,5 m ca. 2 m tief in der Erde verlegt, die die Erdtemperatur als Kühl- und Wärmequelle nutzen. Erdwärmetauscher arbeiten sehr effizient; im Sommer bringen sie kühle Luft in den Stall, im Winter ist die Zuluft angewärmt. „Temperaturschwankungen in der Übergangszeit werden sehr gut kompensiert.“ Pferdefuß sind die sehr hohen Investitionskosten, die bei einem 350er Sauenstall oder einem 1000er Maststall 35 000 bis 50 000 € betragen.

Gebäudewärmetauscher als preiswertere Alternative zum Erdwärmetauscher

Preiswerter, aber auch weniger effizient, arbeiten Gebäudewärmetauscher als weniger aufwändige Alternative zum Erdwärmetauscher. „Hierbei handelt es sich um ein System, bei dem die Luft unmittelbar unter dem Gebäude geleitet und abgekühlt wird.“ Während beim Kühlen bei mäßig langen Hitzeperioden gute Ergebnisse erzielt werden, kommt das System bei längeren Hitzephasen sowie im Winter bei andauernder starker Kälte an seine Grenzen. Die Investitionskosten belaufen sich auf 15 000 bis
25 000 €.

Verdunstungskühlung mit Wassernebel

Verdunstungskühlungs-Systeme im Hoch- oder Niederdruckverfahren arbeiten mit Wasserverneblung. „Die Hochdruckkühlung kann im Stall zu einer Temperaturabsenkung von bis zu 8 °C führen.“ Meist werden Regelgeräte eingesetzt, die Stalltemperatur und Feuchte aufeinander abstimmen, wobei Außentemperatur und Lüftung berücksichtigt werden. Niederdrucksysteme sind beim Kauf preisgünstiger, aber auch weniger effizient. Die Wassertröpfchen sind größer, der Kühlungseffekt geringer und das Risiko, dass sich die Tiere erkälten, steigt.
(Quelle: „Schweineställe effektiv kühlen“ von Heinrich Dönselmann-Theile in primus 7/09, S. 40-43)


Aktualisiert am: 17.08.2009 14:40
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