Stabile Schweinepreise für das zweite Halbjahr 2012

Die Rabobank erwartet EU-weit ein rückläufiges Angebot an Schlachtschweinen. Nach einem kurzen Zwischentief soll es in der zweiten Jahreshälfte 2012 wieder aufwärts gehen. Womit die Rabobank dies begründet, lesen Sie hier.
Nach Einschätzungen der Rabobank wird das Angebot an Schlachtschweinen in der EU heuer insgesamt um 1 % zurückgehen.
Nach Einschätzungen der Rabobank wird das Angebot an Schlachtschweinen in der EU heuer insgesamt um 1 % zurückgehen.
Im zweiten Quartal 2012 werden die Schlachtschweinepreise weltweit voraussichtlich leicht unter Druck stehen. In der zweiten Jahreshälfte dürften sich die preise jedoch wieder erholen. Diese Prognose stammt von der niederländischen Rabobank. Abhängig sein wird die Preisentwicklung maßgeblich von der Grillsaison auf der Nordhalbkugel und den asiatischen Importen. Um das nach historischen Maßstäben hohe Preisniveau zu halten, wird es vor allem auf Angebotsdisziplin der Hauptexportländer ankommen.
Der von der Rabobank errechnete gewichtete Preisindex für Schlachtschweine der fünf dominierenden Akteure Brasilien, China, USA, Kanada und EU gab im ersten Quartal 2012 weiter nach. Im März lag der Index um 4,3 % unter dem Wert von Dezember 2011 und 14,3 % unter der letzten Preisspitze vom Juli 2011. In China nutzte die Regierung die Marktschwäche, um die staatlichen Vorräte an gefrorenem Schweinefleisch aufzustocken. Der starke, seuchenbedingte Anstieg der Importe nach Asien flaut heuer allerdings ab. Das bekamen vor allem die Exporteure in den USA zu spüren, während die EU-Ausfuhren im Jänner und Februar 2012 um 17 % über der Vorjahreslinie lagen und mit 1,5 % nur leicht unter den Werten von November und Dezember 2011 blieben.

Rückläufiges Schlachtschweineangebot
Nach Einschätzungen der Rabobank wird das Angebot an Schlachtschweinen in der EU heuer insgesamt um 1 % zurückgehen. Im ersten Quartal fiel das Aufkommen bereits um 0,5 % kleiner aus. Für den Binnenmarkt deuten alle Zeichen auf weiter steigende Schlachtschweinepreise. Von der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sowie von der Sommerolympiade in London gehen zusätzliche Konsumanreize aus. Eine gewisse Unsicherheit besteht hinsichtlich der Akzeptanz des höheren Preisniveaus im Einzelhandel, der schwächelnden Kaufkraft der Konsumenten und möglichem Exportdruck.
Der Umstieg auf die Gruppenhaltung von Sauen soll sich erst im zweiten Semester 2013 deutlich auf die europäische Schlachtschweineerzeugung auswirken. Angesichts aktuell hoher Ferkelpreise bleiben grundsätzlich ausstiegsbereite Sauenhalter noch solange wie möglich im Geschäft, also bis Ende dieses Jahres.


Aktualisiert am: 01.06.2012 12:10
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