Stabile Notierungen prägen den EU-Schweinemarkt

Nach den Preisturbulenzen in der vergangenen Woche herrschen jetzt wieder stabile Verhältnisse am EU-Schweinemarkt. Mit Ausnahme von minimalen Veränderungen nach oben (Frankreich, Italien) beziehungsweise nach unten (Niederlande, Großbritannien) halten alle Notierungen das Vorwochenniveau.
Auch in Deutschland, wo das kräftige Minus der vergangenen Woche für erhebliche Unruhe bei den Erzeugern sorgte, hat das Preisniveau wieder
Das für die Sommersaison typische unterdurchschnittliche Angebot und die momentan schleppende Nachfrage halten den Preis stabil.
Das für die Sommersaison typische unterdurchschnittliche Angebot und die momentan schleppende Nachfrage halten den Preis stabil.
Bodenhaftung bekommen. Die Erlöse bleiben hier diese Woche ebenso unverändert wie in Österreich. Das kurzfristige Wechselspiel zwischen sommerlichem Grillwetter und feuchtkühler Herbststimmung findet sich auch beim Bestellwesen am Fleischmarkt wieder. Ein kurzfristiges Hin und Her war die Folge. Da das Angebot saisontypisch unterdurchschnittlich ist, entsteht jedoch daraus kein substanzieller Preisdruck. Ähnliche Verhältnisse werden für die nächsten Wochen erwartet.

"Die Wetteraussichten für August scheinen vielversprechend zu sein. Demnach sollte man in den nächsten Wochen ein Preisplus nicht ausschließen", bringt Johann Schlederer von der Schweinebörse die Markttendenzen auf den Punkt. Ähnlich optimistisch geben sich die Kollegen von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN): "Die Horrorszenarien, die in den letzten Wochen von den deutschen Schlachtunternehmen verbreitet wurden, sind inzwischen verflogen. Die zur Verfügung stehenden Partien an schlachtreifen Schweinen lassen sich zügig vermarkten, teilweise werden von den Schlachtunternehmen sogar noch zusätzliche Mengen geordert. Die angekündigten sommerlichen Temperaturen könnten in den nächsten Tagen die Grillfleischnachfrage wieder beleben", so die ISN.

Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt sich laut ISN in Spanien. Dort hat sich in den zurückliegenden zehn Jahren die Zahl der Schweine haltenden Betriebe um 61,4% auf rund 69.800 vermindert. Gleichzeitig nahm laut Berechnungen des Statistikamts INE die Anzahl der Schweine um 12% auf 24,7 Mio. Stück zu. Somit kam es zu einer starken Konzentration, die sich in einem Anstieg der durchschnittlichen Bestände um 190% auf 354 Schweine pro Betrieb zeigt.


Aktualisiert am: 03.08.2011 10:34
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