Spürhunde erschnüffeln Käfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer und der Citrusbockkäfer gelten in der EU als Quarantäneschädlinge. Am Institut für Waldschutz des BFW werden jetzt Hunde zum Aufspüren dieser Schadinsekten ausgebildet und trainiert.
Die Ausbildung eines mit Sorgfalt gewählten Hundes kann schon im frühen Welpenalter von acht Wochen beginnen.
Die Ausbildung eines mit Sorgfalt gewählten Hundes kann schon im frühen Welpenalter von acht Wochen beginnen.
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) Anoplophora glabripennis M. und der Citrusbockkäfer (CLB) Anoplophora chinensis F. gehören in Asien zu den zehn schädlichsten Käferarten an Laubbäumen und haben für die EU Quarantänestatus. Demnach sind alle erforderlichen Maßnahmen zur Ausrottung des Schädlings zu treffen. Innerhalb Europas wurde der ALB in Österreich (2001), Frankreich (2003, 2004), Deutschland (2004, 2005) und Italien (2007, 2009) im Freiland nachgewiesen. Der CLB wurde erstmals 1997 in Italien festgestellt; es folgten Befallsmeldungen aus Frankreich (2003), den Niederlanden (2007) und erneut aus Italien (2008). In Österreich und Deutschland gibt es bisher noch keinen Freilandbefall durch CLB, jedoch wurden in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren vermehrt CLB in importierten Ahornbäumen gefunden. Das Wirtsspektrum beider Bockkäfer umfasst beinahe alle Laubgehölze, auch Obstbäume: Vom ALB werden bevorzugt Ahorn, Rosskastanie, Birke, Weide und Pappel, aber auch Buche, Esche, Platane und Erle befallen. Beim CLB gehören zusätzlich noch Zitruspflanzen und Ziergehölze wie Rosen, Hibiskus und Cotoneaster zum Wirtsspektrum. Die Einschleppungen von ALB erfolgten über Verpackungsholz, von CLB über Pflanzenware.

Alternative Methode
Am Institut für Waldschutz wurde im Februar 2009 der Grundstein zu einer neuen Detektionsmethode für ALB und CLB gelegt. Die Mitautorin Gabriele Sauseng bildet Spürhunde für das Auffinden und Anzeigen biologischer Materialen aus. Hunde können Personen, Leichen, Drogen, Sprengstoff, Geld, geschützte Tierarten, Elfenbein und vieles mehr erschnüffeln. Künftig sollen Hunde auch fremdländische Schadinsekten wie ALB und CLB auffinden. Dazu müssen Hunde lernen, mit ihrer feinen Nase kleinste Geruchsspuren von ALB und CLB aufzuspüren und anzuzeigen.
Für diese anspruchsvolle Nasenarbeit sind insbesondere solche Hunderassen geeignet, die über viele Generationen auf eine hohe Nasenleistung gezüchtet werden. Dies trifft besonders auf Jagdhundrassen zu. Neben der angeborenen hohen Nasenleistung muss ein Spürhund eine ausgeprägte Arbeitsbereitschaft zeigen und darf auch bei schwierigen Aufgaben nicht aufgeben. Ausdauer, hoher Finderwille und Konzentrationsfähigkeit sind maßgeblich für den Erfolg eines guten Spürhundes.

Ausblick
Im Jahr 2010 sollen die Spürhunde verstärkt in Befallsgebieten von ALB oder CLB eingesetzt werden. Außerdem soll die Geruchskontrolle von importierten, potenziell befallenen Pflanzen oder Verpackungshölzern von den Hunden durchgeführt werden.
Wenn Spürhunde in Kombination mit der visuellen Kontrolle durch Inspektoren und Baumsteiger eingesetzt werden, kann die Ausbreitung von ALB/CLB in den Befallsgebieten frühzeitig eingedämmt oder neue Einschleppungen dieser Quarantäneschädlinge rechtzeitig erkannt und verhindert werden. Die enge Zusammenarbeit mit der Zollbehörde, den Pflanzenschutzdiensten der Länder und der europäischen Staaten ist hierbei von wesentlicher Bedeutung.

Autorinnen: Ute HOYER-TOMICZEK Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW),und Gabriele SAUSENG, Lebring


Autor:
Aktualisiert am: 05.01.2010 13:38
Landwirt.com Händler Landwirt.com User