Sprinzen in Österreich – erfolgreiche Entwicklung

Vergangenes Wochenende fand in Wals bei Salzburg die Vollversammlung der österreichischen Sprinzenzüchter statt. Dabei konnten Obmann Thomas Strubreiter und Zuchtleiter Ing. Christian Moser von einer erfolgreichen Entwicklung der Pustertaler Sprinzenzucht in Österreich berichten.
Die hochgefährdeten Pustertaler Sprinzen waren das Thema bei der Züchter-Vollversammlung im Salzburgerischen Wals.
Die hochgefährdeten Pustertaler Sprinzen waren das Thema bei der Züchter-Vollversammlung im Salzburgerischen Wals.
Vor 10 Jahren wurde das Generhaltungsprogramm der Sprinzen gestartet. Waren damals nur 3 Züchter mit rund 10 Tieren im Programm vertreten, so halten heute 90 Züchter rund 600 Sprinzentiere. Als Verantwortliche Organisation für das Generhaltungsprogramm ist der Rinderzuchtverband Tirol österreichweit tätig. 2005 wurde das Herdebuch für das Generhaltungsprogramm geschlossen. Trotzdem konnte eine Inzuchtsteigerung aufgrund der aktiven Mithillfe der Züchter vermindert werden. Auch im selektiven Bereich – vor allem in der Stierauswahl – hat man Grundlagen geschaffen, um die Rasse weiter zu entwickeln. So hat der Vorstand in seiner Sitzung beschlossen, dass in einem eigenen Workshop im Herbst das Zuchtziel der Rasse neu definiert und Kriterien geschaffen werden für die züchterische Selektion von KB-Stieren und den Stiermüttern.

Herausforderungen der Zukunft - Problem Einstiegstopp!
Wie Obmann Strubreiter in seinen Ausführungen anführte, macht der Einstiegstopp in die Maßnahme „Seltene Nutztierrassen“ vor allem den hoch gefährdeten Rassen Probleme. Die von den Sprinzenzüchtern gestartete Initiative, diesen Einstiegstopp zu verhindern, war bisher nicht erfolgreich. Trotzdem startet man noch einen Versuch, Gespräche mit dem Ministerium zu führen, wo auf diese negativen Auswirkungen des Einstiegstoppes hingewiesen wird. Weitere Herausforderungen für die Zukunft sind die Beschickung der Bundesfleischrinderschau von 2. bis 3. Oktober in Greinbach (Steiermark) und die tierzuchtrechtliche Anerkennung aufgrund der neuen Tierzuchtgesetze. Große Hoffnungen setzt man auch auf eine intensive Zusammenarbeit mit den Südtiroler Sprinzenzüchtern. Nach dem letztjährigen erstmaligen Treffen wird es dazu heuer eine weitere Sitzung in Südtirol geben. In diesen Gesprächen wird versucht, die Kriterien und Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit auszuarbeiten, um schlussendlich die Erhaltung der Rasse auf Dauer zu gewährleisten.

Ausgezeichnete Lebensleistungskühe
Abschließender Höhepunkt der Vollversammlung war die Ehrung der Züchter mit der Auszeichnung „Lebensleistungskühe“. Diese Auszeichnung erhalten Kühe mit einem Mindestalter von 12 Jahren bei einer maximalen Zwischenkalbezeit von 400 Tagen und einem Erstkalbealter von max. 36 Monaten. ROMI PSS von Dominic Spitzbart aus Laakirchen (OÖ) und ZIRM PSS von Benedikt Rainer aus Maria Alm (SBG) haben diese Kriterien heuer geschafft.

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Aktualisiert am: 17.02.2010 17:13
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