Spielzeug für Schweine: Beschäftigungsmaterial selbst gebaut

Johann Thallinger hat das Spielzeug für seine Schweine selbst entwickelt. Weil es sich gut bewährt hat, will der Landwirt es auch verkaufen. Den Gewinn teilen sich die Enkelsöhne.
Das selbst gebaute Beschäftigungsmaterial wird von den Schweinen intensiv genutzt.
Das selbst gebaute Beschäftigungsmaterial wird von den Schweinen intensiv genutzt.
Ein metallisches Scheppern, quiekende Schweine, ein dumpfer Knall. Fünf Ferkel drängen sich gegenseitig ab, ein Ferkel hüpft sogar auf den Rücken eines anderen. Alle wollen das Selbe: ein Baumwollseil ins Maul bekommen.

Mit zufriedener Miene steht Johann Thallinger am Gang und blickt in die Bucht. „Dass es so gut angenommen wird, haben wir am Anfang selbst nicht glauben können.“ Thallinger ist Landwirt in Pension und hilft nach wie vor am Schweinebetrieb in Weißkirchen an der Traun mit. Sein Sohn Martin hält 70 Zuchtsauen und mästet alle Ferkel selber. Das selbst gebaute Beschäftigungsmaterial entstand aus der Not heraus: Vater und Sohn bekamen das Problem Schwanzbeißen nicht wirklich in den Griff. Deshalb begann Johann Thallinger zu experimentieren. Am Anfang steckten statt den Baumwollseilen zwei Gartenschläuche im Holzstück. „Damit haben die Ferkel schon intensiv gespielt“, sagt der Pensionist. Zu Beginn dieses Jahres suchte er nach einer Alternative zu den Gartenschläuchen, denn in Österreich ändert sich die Gesetzeslage mit 1. Januar 2018. Danach reichen Kunststoffspielzeuge alleine nicht mehr aus.

Johann Thallinger hat das Spielzeug für seine Schweine selbst entwickelt. Links ist das Spielzeug für Sauen und Mastschweine zu sehen, rechts jenes für Absetzferkel.
Johann Thallinger hat das Spielzeug für seine Schweine selbst entwickelt. Links ist das Spielzeug für Sauen und Mastschweine zu sehen, rechts jenes für Absetzferkel.
Zentrales Element des Spielzeugs ist ein Holzstück. An der oberen Seite ist eine Ösenschraube ins Holz gedreht, an der ein Karabiner eingeklickt wird. Mit diesem Karabiner wird das Spielzeug in der Bucht aufgehängt. Am unteren Ende des Holzstücks sind zwei Baumwollseile eingefädelt. Die vier Enden der Seile hängen nach unten, etwa in Augenhöhe der Schweine. Die Baumwollseile werden mit einer Niro-Schraube im Hartholz fixiert. Besonders wichtig sei es, das Spielzeug in der Mitte der Bucht aufzuhängen. „Mit den Seilen, die man nur an der Buchtentrennwand fixiert, spielen die Schweine ja gar nicht richtig.“ Thallinger stellt drei Modelle her: eines für Saugferkel, eines für Aufzuchtferkel und eines für die Mast bzw. für tragende Sauen. Der Unterschied liegt in der Größe des Holzstücks und im Durchmesser der Seile. Irgendwie sei die Idee entstanden, das Spielzeug auch an andere Landwirte zu verkaufen. „Mit meinen Enkelsöhnen habe ich ausgemacht, dass sie den gesamten Gewinn bekommen“, sagt Thallinger lachend. Im Internet unter www.thally-click.at wird man die Spielzeuge bestellen können. Die Familie hat insgesamt schon über 60 Stück hergestellt.Produziert wird in der hofeigenen Holzwerkstätte, alle helfen mit. „Vor allem meine Enkelsöhne sind mit Begeisterung dabei“, sagt der Großvater lächelnd.

Autor: Anja Weissnegger

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Aktualisiert am: 22.09.2017 17:49
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