Spekulationen mit Agrarprodukten sollen eingedämmt werden

Geht es nach der EU-Kommission, so sollen zukünftig Spekulationen auf Agrarprodukte stark eingeschränkt werden.
Durch die Einschränkung von Spekulationsgeschäften mit Agrarprodukten sollen Preisschwankungen schwächer werden.
Durch die Einschränkung von Spekulationsgeschäften mit Agrarprodukten sollen Preisschwankungen schwächer werden.
Gegen übermäßige Spekulationen mit Agrarprodukten will nun auch die EU-Kommission vorgehen, nachdem Frankreich Ende August mit einer entsprechenden Initiative den Druck in diese Richtung verstärkt hat. So sollen die Kontrollen der Rohstoffbörsen verschärft werden. Nur eine europaweite Lösung kann nach Ansicht der EU-Kommission Preisverzerrungen an den Agrarmärkten verhindern, weshalb sie kommende Woche einen Vorschlag zur Eindämmung von Leerverkäufen vorlegen möchte. Diese und andere Derivate für spekulative Geldanlagen sind seit der Finanzmarktkrise umstritten. Bei der Eindämmung müsse jedoch sichergestellt werden, dass die mit dem ursprünglichen Derivatehandel beabsichtigte Absicherung gegen Preis- und Kursschwankungen an den Märkten auch künftig möglich sei, hieß es aus Brüssel. Das Europäische Parlament hat in einer Entschließung bereits gefordert, dass spekulative Termingeschäfte mit Rohstoffen, Agrarprodukten oder CO2-Emissionsrechten verboten werden können. Die Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) hatten sich laut Dow Jones News bereits im vergangenen Jahr darauf verständigt, den Derivatehandel bis spätestens Ende 2012 zu regulieren. Der aus Frankreich stammende EU-Kommissar für den Binnenmarkt, Michel Barnier, will die Diskussion um Rohstoffderivate auf einer Konferenz am 20. und 21.09. in Brüssel voranbringen. Die Kommission drängt auf ein europaweites Vorgehen. Auch die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner will den Einfluss von Spekulanten an den Agrarmärkten eindämmen. Investoren sollen Obergrenzen für Kontrakte erhalten. Das deutsche Ministerium hat laut der Agrarzeitung (AZ) dazu ein Strategiepapier erarbeitet, zu dem Aigner demnächst offiziell in Berlin Stellung nehmen will.


Aktualisiert am: 10.09.2010 08:15
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