Speicherung von Bionergie als Methan soll erforscht werden

Hessen und Thüringen haben beschlossen, gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel an der Speicherung regenerativer Energien in Form von erneuerbarem Methan zu forschen.
Unter praxisnahen Bedingungen wird in Hessen die Verwertbarkeit von erneuerbaren Methan erforscht.
Unter praxisnahen Bedingungen wird in Hessen die Verwertbarkeit von erneuerbaren Methan erforscht.
Für die Forschung soll eine Pilotanlage am Eichhof, dem Standort des Hessischen Biogas-Forschungszentrums (HBFZ) in Bad Hersfeld zu Versuchszwecken in Betrieb gehen. Dort sollen unter praxisnahen Bedingungen die Zuverlässigkeit, die Betriebsweise und die Effizienz der Methanisierung von Wasserstoff optimiert und die Verwertbarkeit des erneuerbaren Methans erforscht werden. Eine entsprechende Kooperationserklärung unterzeichneten Hessens Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich, ihr Thüringer Amtskollege Jürgen Reinholz und der Leiter des Fraunhofer Instituts, Prof. Jürgen Schmid. „Die Methanisierungstechnik an sich ist bekannt, wurde im großen Stil bisher aber nicht umgesetzt, weil viel Energie notwendig ist, um den Prozess in Gang zu setzen“, erklärte Reinholz. Die Herstellung von erneuerbarem Methan biete „die Chance, nicht nur Bioenergie abzugeben, sondern Energie aus dem Netz aufzunehmen, um Stromüberschüsse zu speichern“.

Verteilung über Erdgasnetz
Gleichzeitig könnten sämtliche Verteilungswege des herkömmlichen Erdgases genutzt werden. „Das HBFZ verfügt über Strukturen, die denen landwirtschaftlicher Betriebe entsprechen“, betonte Puttrich. So könnten Rückschlüsse auf den Praxiseinsatz gezogen werden, denn das neue Verfahren könne auch in konventionellen Biogasanlagen eingesetzt werden. Schmid hält es für möglich, die konventionelle Gasaufbereitung mit Einsatz des neuen Verfahrens überflüssig zu machen. Die Methanisierung erhöhe die Kapazität von Biogasspeichern und damit die Energiemenge, die bedarfsgerecht in das Stromnetz eingespeist werden könne. Die Kooperationspartner investieren insgesamt 600 000 Euro zu gleichen Teilen in die Forschung und den Aufbau der Pilotanlage. AgE


Aktualisiert am: 23.02.2012 14:24
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