Spätdüngung bei Weizen

Die Spätdüngung soll bei Mahl- und Qualitätsweizen im Allgemeinen ab Erscheinen des letzten Blattes vor der Ähre abgeschlossen sein. Je nach Produktionsziel sind die Empfehlungen unterschiedlich.
Je nach Produktionsziel verändern sich auch die Anforderungen an die Spätdüngung.
Je nach Produktionsziel verändern sich auch die Anforderungen an die Spätdüngung.
Bei Brau-, Ethanol-, und Futterweizen ist das Produktionsziel ein hoher Ertrag bei geringeren Proteinwerten. Damit das Ertragspotenzial voll ausgeschöpft werden kann, muss der Weizen ab EC 32 (2. Knotenstadium) bis EC 37 (Spitzen Fahnenblatt) eine optimale N–Versorgung vorfinden. Die Düngergabe sollte also zeitig und in ausreichender Menge nicht zu spät erfolgen, um einen ertragsoptimierten Effekt zu erzielen.
Bei der Mahlweizenproduktion ist das Produktionsziel ein hoher Ertrag mit Mahlweizensorten bei Proteingehalten über 12,5 %. Da Mahlweizensorten meist ein höheres Ertragspotenzial als Qualitätsweizensorten aufweisen, ist ein Verdünnungseffekt bei hoher Ertragserwartung zu berücksichtigen. Die Abschlussdüngung sollte erst ab EC 37 bis spätestens EC 49 (Öffnen der Blattscheide) in ausreichender Höhe erfolgen. Die Empfehlung liegt zwischen 50 und 70 kg N/ha.
Bei der Qualitätsweizenproduktion ist das Produktionsziel ein hoher Ertrag mit Qualitätsweizensorten bei Proteingehalten über 14 % Protein. Da die Qualitätsweizenproduktion bei hohem Ertrag auch entsprechende Entzüge fordert, gehen wir davon aus, dass eine gesicherte Produktion nur mit ausreichendem N-Anbot unter Berücksichtigung der Ertragserwartung funktionieren kann. Wenn Weizen bis EC 32 auf ca. 100 bis 130 kg N aufgedüngt wurde, sollte die Abschlussdüngung nicht
vor EC 37, jedoch möglichst bis EC 51 (Beginn Ährenschieben) erfolgen. Die Empfehlung für die Abschlussdüngung liegt hier zwischen 50 und 70 kg N/ha, je nach Ertragserwartung. Frühe Saattermine und frühe Sorten sollten beim Düngungstermin besonders berücksichtigt werden. Daher sollte in diesen Fällen nicht zu lange zugewartet werden.

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Autoren: Rupert REICH, Josef DIEPLINGER

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Aktualisiert am: 04.05.2011 10:53
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