Sozialversicherungsrechtliche Absicherung für die Bäuerin

Das Berufsbild der Bäuerin hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich gewandelt und verändert. Ähnlich sieht es mit der Absicherung für Bäuerinnen aus.

Bei gemeinsamer Betriebsführung mit dem Ehepartner sind beide Betriebsführer kranken-, unfall- und pensionsversichert.
Bei gemeinsamer Betriebsführung mit dem Ehepartner sind beide Betriebsführer kranken-, unfall- und pensionsversichert.
Bäuerin zu sein, bedeutet heute genauso flexibel und modern zu handeln, fortschrittlich zu denken, Ideen umzusetzen oder neue Arbeitsbereiche zu erschließen. In ähnlicher Weise hat sich auch die soziale Absicherung für die bäuerliche Bevölkerung verändert. Speziell für die Frauen konnte etwa mit Einführung der Bäuerinnenpension im Jahr 1992 die volle Integration im Sozialrecht erreicht werden.

… (noch) nicht verheiratet
Wenn Lebensgefährten bereits vor der Eheschließung einen gemeinsamen Haushalt führen, ist dabei aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht auf einiges zu achten.

Die Lebensgefährtin arbeitet am Hof mit:
• Bei gemeinsamer Betriebsführung mit dem Lebensgefährten wird für die Beurteilung der Pflichtversicherung der anteilige Einheitswert herangezogen. Pflichtversicherung nach dem Bauern-Sozialversicherungsgesetz (BSVG) in der Kranken- und Pensionsversicherung tritt ein, sobald der anteilige Einheitswert 1.500,-- Euro erreicht oder übersteigt bzw. der Lebensunterhalt überwiegend aus dem Betrieb bestritten wird.
• Ist die mitarbeitende Lebensgefährtin allerdings nicht an der Betriebsführung beteiligt, dann sieht das Bauern-Sozialversicherungsgesetz für die Partnerin keine Versicherungsmöglichkeit vor. Sie muss als Dienstnehmerin nach den Bestimmungen des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) bei der jeweils zuständigen Gebietskrankenkasse angemeldet werden. Vom Lohn sind vom Dienstgeber – das ist in diesem Fall der Betriebsführer – Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Unfall-, Pensions-, Arbeitslosenversicherung, sowie für die Mitarbeitervorsorge) zu berechnen und abzuführen.

Die Lebensgefährtin arbeitet nicht am Hof mit:
Gesetzlich vorgesehen ist im BSVG für die Lebensgefährtin die Möglichkeit der Mitversicherung (Anspruchsberechtigung) in der bäuerlichen Krankenversicherung. Als Lebensgefährtin gilt jedoch nur, wer mindestens 10 Monate in Hausgemeinschaft mit dem Versicherten lebt, eines oder mehrere im gemeinsamen Haushalt lebende Kinder erzieht oder mindestens vier Jahre erzogen hat oder den Versicherten pflegt und dieser Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 4 bezieht.
Man muss zudem beachten, dass eine am Betrieb mittätige Lebensgefährtin nicht durch die bäuerliche Unfallversicherung geschützt ist.

Hinweis!
Die dargestellten Bestimmungen gelten in gleicher Weise für Männer und Frauen. In diesem Auszug und auch in der Vollversion wurde jedoch nur die Situation aus Sicht der Bäuerin dargestellt.

Quelle: SVB


Aktualisiert am: 05.03.2009 13:46
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