Soziale Betriebshilfe wird neu geregelt

Eine neue Vereinbarung zwischen der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) und dem Maschinenring (MR) Österreich, die mit 01.07.2011 in Kraft treten wird, soll deutliche Verbesserungen in der Sozialen Betriebshilfe für bäuerliche Familien und Dienstleister bringen.
Die soziale Betriebshilfe wird ab Mitte kommenden Jahres neu geregelt.
Die soziale Betriebshilfe wird ab Mitte kommenden Jahres neu geregelt.
Ziel ist es, die Leistung den heutigen Erfordernissen in der Landwirtschaft anzupassen und als effektive Hilfe in Notsituationen für betroffene Bauern auch mit einer entsprechenden Leistungshöhe anbieten zu können. Es geht um eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung eines langjährig anerkannten Erfolgsmodells sowie um eine Verbesserung und Ergänzung des bisherigen Leistungsangebotes.

Stundenverrechnung löst Tagespauschale ab

Wesentliche Eckpunkte der neuen Vereinbarung betreffen zum Beispiel die Umstellung vom bisherigen Tagsatz- auf ein Stundenverrechnungsmodell. Statt der pauschalen Abgeltung von EUR 34,- pro Einsatztag gewährt die SVB nach der neuen Vereinbarung einen Zuschuss pro Betriebshelferstunde von EUR 8,- für maximal acht Stunden pro Tag in den ersten 90 Tagen des Einsatzes. Wird eine Arbeitsunfähigkeit darüber hinaus bestätigt, ist eine Bezuschussung von bis zu sechs Stunden à EUR 8,- pro Einsatztag vorgesehen. Seitens der SVB rechnet man damit, dass man mit diesem neuen Abrechnungsmodell künftig EUR 1,5 bis 2 Mio. zusätzlich bei der Sozialen Betriebshilfe leisten wird.

Zugang zur Betriebshelfer-Tätigkeit wird erweitert

Um den Arbeitskräftebedarf auch künftig abdecken zu können wird der Zugang zur Betriebshelfer-Tätigkeit erweitert: Das heißt, falls im Rahmen der landwirtschaftlichen Nachbarschaftshilfe keine Betriebshelfer zur Verfügung stehen, kann der Maschinenring auch Lohnarbeit-Dienstnehmer bereitstellen. Ist auch dann noch keine Vermittlung möglich, kann der Betrieb selbst Dienstnehmer anstellen, die von der SVB ebenfalls mit dem genannten Stundensatz bezuschusst werden. "Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft wird es für unsere 93 Geschäftsstellen zunehmend schwierig, rasch qualifizierte Personen zu finden. Natürlich bleibt die Betriebshilfe im Rahmen der Nachbarschaftshilfe auch künftig die erste Wahl, aber weil es erstes Gebot sein muss, den bäuerlichen Familien, die Unterstützung am Betrieb brauchen, unmittelbar Hilfe leisten zu können, ist diese Öffnung eine sinnvolle und gangbare Alternative ", betont MR-Bundesobmann Hans Peter Werderitsch.

Um die Administrierung der Einsätze und der Verrechnung optimal und für alle Beteiligten transparent abwickeln zu können, ist außerdem eine stärkere organisatorische Verzahnung zwischen SVB und MR auf Basis von Webformularen vorgesehen.

4.750 Einsätze für fast 800.000 Stunden

Die Soziale Betriebshilfe wird von SVB und MR seit 1996 allen bäuerlichen Familien - auch ohne deren Mitgliedschaft beim MR - angeboten. Im Vorjahr hat die SVB dafür EUR 5,5 Mio. an Zuschüssen geleistet. Insgesamt wurden 4.750 Fälle abgerechnet. Vom Maschinenring wurden geeignete Betriebshelfer/-innen für insgesamt 798.556 Einsatzstunden zur Verfügung gestellt.


Aktualisiert am: 30.11.2010 08:46
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