Sortenwahl bestimmt den Energiegehalt

Gutes Grundfutter ist die Grundlage für hohe Milchleistung. Im Mais steckt die Energie im Kolben. Wer dies bei Sortenwahl und Erntetechnik beachtet, spürt den Erfolg in der Milchgeldabrechung.
Im Kolben/Korn ist das größte Energiepotenzial gespeichert, die kolbenlose Restpflanze ist energiearm und für die Fütterung hochlaktierender Herden nicht geeignet.
Im Kolben/Korn ist das größte Energiepotenzial gespeichert, die kolbenlose Restpflanze ist energiearm und für die Fütterung hochlaktierender Herden nicht geeignet.
Während in gut geführten Grünlandbetrieben bei entsprechenden Beständen angepasster Düngung, Nutzung und Konservierung nur noch relativ wenige Ressourcen verbleiben, sind im Silomaisanbau noch erhebliche Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung im Sinne der dringend notwendigen Energiesteigerung offen. Je nach Leistungsniveau, Haltungsform oder Zuchtziel einer Herde kann oder sollte der Betriebsführer prüfen, ob der Silomaisanbau optimiert werden muss. Der Kraftfutterverbrauch bzw. die Milchleistung aus Grundfutter sind dazu wichtige Indikatoren bzw. Entscheidungshilfen, ob das Grünlandmanagement und/oder vor allem der Maisanbau optimiert werden müssen.
Für Betriebe mit hohen oder höchsten Leistungen gilt es, allerbeste Grundfutterqualitäten zu produzieren, um die Tiere leistungsgerecht füttern zu können. Bei unterdurchschnittlichen Grundfutterqualitäten müssen hohe Kraftfuttermengen eingesetzt werden. Wird zu wenig Energie zugeführt, zB am Kraftfuttereinsatz gespart, führt das zu massiven ernährungsphysiologischen Problemen.
Der Hochleistungsbetrieb kann über den optimierten Silomaisanbau die Energiesituation entscheidend verbessern. Dies gelingt am wirkungsvollsten durch die Reduktion der Pflanzenzahl/ha, Optimierung des Standraumes (zB 37,5 x 29 cm) und vor allem durch die Belassung hoher Stoppelreste auf dem Feld. Damit gelangt vorwiegend der eigentliche wertbestimmende Teil der Maispflanze - nämlich das Maiskorn - schlussendlich in den Futtertrog, was die Energiekonzentration massiv erhöht. Wenn ein Großteil der energiearmen Restpflanze auf dem Feld verbleibt, ist die Gewähr gegeben, dass die Hochleistungskuh nicht mit hohen Mengen eines „besseren Pferdeheus“ (Maisrestpflanze) gefüttert wird.
Dies hat zur Folge, dass bei Vorliegen von jungen Grassilagen (Rohfaser < 23 %) und Maissilagen mit nur geringen Anteilen von Stängeln (möglichst hohe Maisstoppeln), Milchleistungen aus dem Grundfutter von 7.000 kg Milch und mehr produzierbar sind. Dies hat für Hochleistungsbetriebe elementare Vorteile in den Bereichen Milchleistung, Inhaltsstoffe, Tiergesundheit, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit. Die Auswirkung dieses Beziehungsgeflechtes führt schlussendlich zum profitablen Betrieb.

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Aktualisiert am: 01.09.2004 15:27
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