Sonnleitner: „Die Ess-Ampel ist ein Schmarrn“

Der Bauernpräsident erklärt im Interview, warum er die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln für eine Bevormundung der Verbraucher hält und warum er die Höhe der Agrarsubventionen gerecht findet.
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner im Gespräch mit FOCUS-Korrespondent Opitz: "Wer als Kunde nur auf rot, gelb oder grün beim Kauf achtet, schaut sich nicht mehr den Inhalt der Waren an."
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner im Gespräch mit FOCUS-Korrespondent Opitz: "Wer als Kunde nur auf rot, gelb oder grün beim Kauf achtet, schaut sich nicht mehr den Inhalt der Waren an."
Bauernpräsident Gerd Sonnleitner im Gespräch mit FOCUS-Korrespondent Opitz erklärt, dass er von einer Lebensmittelkennzeichnung in Ampelfarben nicht viel halte, „Entscheidend ist doch, wie viel der Verbraucher isst, und ob er einseitig isst. Wer sich vielseitig und in Maßen ernährt, der lebt gesund. Das haben Generationen schon von ihren Eltern und Großeltern gelernt. Dafür brauchen sie keine Ess-Ampel.“ Auch Butter und Zucker kämen auf den roten Ampel-Index. Auf die Frage, ob die von Experten und Brüsseler Bürokraten erdachte Ampel also ein „Erziehungsprojekt für bildungsferne Schichten“ wäre antwortet Seehofer: „Diesen Verbrauchergruppen ist ausgewogene Ernährung egal, das ändert auch eine Ampel nicht. Bildungsbürger hingegen werden sie beachten, doch die essen ohnehin schon gesundheitsbewusst. Das System bringt also wenig Nutzen.“

„Ich schäme mich nicht für Geld aus Brüssel“
Die europäischen Agrarsubventionen werden weiter gesenkt. Eine Erhöhung Lebensmittelpreise wäre laut Sonnleitner notwendig, da zu den heutigen Preisen unsere Bauern ihre große Aufgabe bei der Ernährung der Bevölkerung sowie bei der Pflege und Erhaltung der Landschaft für die nächsten Generationen nicht erfüllen könnten.
Die unterstützenden EU-Milliarden für die Bauern verlieren die Landwirte bereits vorher durch sinkende Weltmarktpreise, höhere Energie- und Produktionskosten. Im Vergleich zu den Getreidepreisen von 1992 haben die Bauern mehr als das Doppelte der Ausgleichzahlungen bei den Erlösen verloren. Er schäme sich für das Geld nicht, nämlich 35 914 Euro an EU-Zahlungen. Es sei ein Ausgleich für die Leistungen unseres Hofes für die Gesellschaft. Wir könnten nicht zu Weltmarktpreisen und gleichzeitig kostenträchtigen Auflagen im Umwelt-, Natur- und Wasserschutz produzieren, deswegen bräuchten alle Bauern den Ausgleich.

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Aktualisiert am: 18.08.2009 15:50
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