Sonnenblumenextraktionsschrot in der Rinderfütterung

Zur Gewinnung pflanzlicher Öle und Fette werden die Früchte und Samen von mehr als 40 verschiedenen Pflanzenarten verwendet. Weltweit spielt die Sojabohne die größte Rolle. In Bruck/Leitha werden Rapssaat und Sonnenblumenkerne verarbeitet.

Der Futterwert von Sonnenblumenextraktionsschrot wird entscheidend vom Schalenanteil, d.h. vom Gehalt an Rohfaser bzw. Gerüstsubstanzen, bestimmt.
Der Futterwert von Sonnenblumenextraktionsschrot wird entscheidend vom Schalenanteil, d.h. vom Gehalt an Rohfaser bzw. Gerüstsubstanzen, bestimmt.
Da Wiederkäuer ihren Proteinbedarf zu einem großen Teil über die Symbiose mit den Mikroorganismen ihres Pansens decken, hat die Proteinqualität, d.h. der Anteil der verschiedenen Aminosäuren, keine wesentliche Bedeutung für das Wirtstier. Die Proteinqualität wirkt sich nur für den Anteil des unabgebauten Futterproteins (10 bis 30 %) aus. Im Pansen werden 70 bis 90 % des Futterproteins bis zu Ammoniak abgebaut.

Beim Nichtwiederkäuer (Schwein und Huhn) muss allerdings die Versorgung mit Lysin beachtet werden, wenn hohe Anteile an Sonnenblumenextraktionsschrot verfüttert werden (z.B. Ergänzung mit reinen Aminosäuren bzw. lysinreichen Proteinträgern). Andererseits ist der Methioninanteil relativ hoch. Außerdem wirkt sich die niedrigere Verdaulichkeit, besonders bei jungen Tieren, leicht negativ auf den Zuwachs aus, wenn nicht ein Energieausgleich (zB mit Öl) erfolgt (Versuch der BOKU).

Zusammenfassend ist festzustellen, dass Sonnenblumenextraktionsschrot innerhalb physiologischer Grenzen ohne Beschränkung an Wiederkäuer zu verfüttern ist. Nachteilige Wirkungen sind nicht bekannt. Die Aminosäurezusammensetzung ist beim Wiederkäuer nur von untergeordneter Bedeutung. Sonnenblumenextraktionsschrot ist vor allem in Fütterungssituationen geeignet, bei denen es vorwiegend um die Versorgung der Pansenmikroben mit abbaubarem Stickstoff geht (Rindermast, Milchkühe mit mittlerer Leistung, Schafe und Ziegen). Bei der Rationsgestaltung ist die etwas geringere Verdaulichkeit zu beachten. Der Schalen- bzw. Rohfaseranteil ist das entscheidende Kriterium für den Futterwert.

Autor: Univ.-Doz. Dr. Leonhard GRUBER, HBLFA Raumberg-Gumpenstein


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Aktualisiert am: 23.02.2006 15:05
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