Sommerloch – Muss nicht sein!

Jedes Jahr wieder kehrt es zurück - das „Sommerloch“! Leistungseinbußen, die sich im Herbst und Winter auswirken, sind die Folge. Einfache und konsequent durchgeführte Maßnahmen können dieses Phänomen ausschalten – und die Fruchtbarkeit erhöhen.
In der Regel sollte bei normal rauschenden Sauen die erste Besamung zwölf Stunden nach Eintritt des Duldungsreflexes durchgeführt werden.
In der Regel sollte bei normal rauschenden Sauen die erste Besamung zwölf Stunden nach Eintritt des Duldungsreflexes durchgeführt werden.
Unter den klimatischen Bedingungen in unseren Breitengraden ist mit jahreszeitlichen Schwankungen der Sauenfruchtbarkeit zu rechnen. Mit Hilfe von Sauenplanerauswertungen lassen sich Veränderungen der Fruchtbarkeitsleistungen leicht erkennen. So ist z.B. ein signifikanter Anstieg der Umrauschquote in den Sommermonaten festzustellen.

Kleinere Würfe im Herbst
Jedoch nicht nur die Umrauschquote ist von den saisonalen Einflüssen betroffen. Auch andere Fruchtbarkeitskennzahlen, wie die Aborte oder die Güstzeit, werden in den Sommermonaten stark beeinflusst.
Während im Sommer vor allem die Güstzeit durch die Hitze erhöht wird, machen sich im Herbst die Auswirkungen des Sommers mit einer höheren Abortrate und kleineren Würfen bemerkbar.

Zuluft kühlen
Um den Hitzestress zu mildern, müssen die Lüftungsanlagen überprüft und die Einstellungen auf Sommerbetrieb angepasst werden. Ein Angleichen der Solltemperatur und des Regelbereiches ist notwendig, um große Schwankungen zu verhindern und trotzdem einen genügend großen Luftaustausch sicherstellen zu können.
Eine Kühlung der Sauen über Schweineduschen oder das Aufspritzen von Wasser auf Gang- und Dachflächen ist empfehlenswert.
Bei einer Zuluftführung über den Kanalbereich des Futterganges besteht die Möglichkeit, durch teilweises Befüllen des Kanals mit Wasser die Zuluft zu kühlen.

Stress im Kühlen
Tätigkeiten, die Stress verursachen (Ferkelarbeiten, Impfungen, Umstallen, Absetzen…), sollten in die kühlere Tageszeit verlegt werden.
Jungsauen mit großen Würfen leiden besonders unter der Hitze und der damit verbundenen geringeren Futteraufnahme. Durch ein rechtzeitiges Anfüttern der Ferkel in der Abferkelbucht und bei Notwendigkeit ein früheres Absetzen, wird die Sau deutlich entlastet.

Autor: Martin KAUFMANN, SchweineBeratung Steiermark (SBS), Gleisdorf


Aktualisiert am: 07.05.2009 10:38
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