Sommergetreide erfolgreich erzeugen

Stärken und Schwächen einzelner Sorten, wie sie im Erlös abschneiden und worauf bei der Erzeugung zu achten ist, das vermittelt der folgende Beitrag.
Wüchsige Sommergersten wie Elisa oder Modena (im Bild links) beschatten den Boden frühzeitig und unterdrücken das Unkraut besser. Sorten, die sich im Frühjahr zögerlich entwickeln (im Bild rechts), haben im Biolandbau diesbezüglich einen Nachteil.
Wüchsige Sommergersten wie Elisa oder Modena (im Bild links) beschatten den Boden frühzeitig und unterdrücken das Unkraut besser. Sorten, die sich im Frühjahr zögerlich entwickeln (im Bild rechts), haben im Biolandbau diesbezüglich einen Nachteil.
Es ist günstig, wenn das Feld in einer einzigen Überfahrt saatfertig hergerichtet werden kann. Sommergerste mit ihrem schwachen Wurzelsystem zeigt Verdichtungen am deutlichsten an. Aber auch eine übermäßig gelockerte Krume und der daraus resultierende mangelhafte Bodenschluss stellen für die Pflanzen eine Belastung dar. Optimal ist, wenn auf eine natürlich abgesetzte oder durch den Druck von Packerwalzen oder nachlaufenden Wälzeggen rückverfestigte Unterkrume 2 bis 4 cm lockerer Feinerdeschleier aufliegt. So sind auch eine gleichmäßige Tiefenablage des Saatgutes und ein einheitlicher Feldaufgang gewährleistet.



Was tun bei Spätanbau?
Der lang anhaltende Winter deutet auf einen eher späteren Anbau hin, dabei ist folgendes zu beachten: Spätsaaten haben eine kürzere Zeitspanne zur Ausbildung der Ertragsanlagen, d.h. der Bestockungstriebe, der Bestandesdichte, der Zahl der Ährchen und der Kornzahl/Ähre bzw. Rispe. Jede Woche Saatverspätung über den optimalen Termin hinaus kostet im Durchschnitt der Jahre 1 bis 1,5 dt/ha Ertrag. Sommerweizen und Hafer reagieren empfindlicher als die Sommergerste. Ist jedoch nach dem Auflaufen die Witterung kühl und feucht, wird der Nachteil meist ausgeglichen. Das war 1996 der Fall, wo der Großteil des Sommergetreides im Trockengebiet erst in der zweiten Aprilwoche gesät werden konnte. Im oberen Waldviertel ist ein erfolgreicher Anbau bis Ende April oder Anfang Mai möglich. Bei späten Drillterminen ist es wichtig, die Saatstärke um 10 bis 15 % anzuheben.

Autoren: DI Michael Oberforster und DI Clemens Krüpl (AGES Wien)


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Aktualisiert am: 09.02.2006 09:45
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