Sommergetreide: Günstige Perspektiven

Die Ausgangslage für Sommergetreide ist grundsätzlich positiv. Bei entsprechender Qualität wird auch die Ernte 2008 mit guten Erzeugerpreisen zu vermarkten sein. Anders als im Vorjahr sind überdies die Vorräte an Bodenwasser aufgefüllt.
Sommergerste mit guter Ertragserwartung: Auf mittleren und besseren Böden des Trockengebietes sollen 700 bis 800 (höchstens 850) Ähren/m2 angestrebt werden.
Sommergerste mit guter Ertragserwartung: Auf mittleren und besseren Böden des Trockengebietes sollen 700 bis 800 (höchstens 850) Ähren/m2 angestrebt werden.
Braugerste
Die Sorte CLASS wurde im vergangenen Dezember registriert. Sie verfügt über eine gute Standfestigkeit (Note 2) und ist gegenüber Mehltau resistent. In feuchteren Jahren ist sie durch Netzflecken (Note 7) mehr gefährdet. Class überzeugt durch ihr Ertragspotenzial und eine gute Kornausbildung, sie ist für alle Anbaugebiete geeignet. Die mittelfrühe XANADU (Lagerung 3) ist unsere wichtigste Braugerste. Ihre Vorzüge kommen vor allem bei ausreichenden Niederschlägen zur Wirkung. An die sauren und sandigen Böden des Waldviertels ist weniger gut angepasst. Die etwas längerhalmige und mittelgut standfeste (Note 4) MARTHE ist nicht so anspruchsvoll. Marthe brachte ausgezeichnete Leistungen im Mühl- und Waldviertel, passt aber auch ins Trockengebiet. Marthe und Xanadu sind Bestandesdichtetypen, sie sollten 700 bis 850 Ähren/m2 erreichen. Hingegen bringt ANTIGONE (Lagerung 3) mit geringeren Ährenzahlen bereits gute Erträge. BOJOS ist gegenüber Krankheiten ziemlich widerstandsfähig. Sie verfügt über eine mittelgute Kornausbildung und hat ihren Schwerpunkt im Wein- und Waldviertel. BODEGA (Lagerung 5) bildet auch bei Trockenstress meist noch bauchige Körner aus, bleibt im Pannonikum ertraglich aber bereits 6 bis 8 % hinter Class, Xanadu und Marthe zurück. ROXANA (Lagerung 3) wird von den Mälzereien wegen ihrer guten technologischen Eigenschaften geschätzt. Ihre Schwachpunkte sind die Anfälligkeit für Mehltau (Note 6) und ein oft knapper Vollgerstenanteil. SIGNORA ist eine viel versprechende Neuzulassung, ihre Mälzungseignung wird 2008 in Großbrauversuchen noch weiter getestet.
Biosaatgut gibt es von Bodega, Marthe, Roxana und Xanadu. Die beiden letzteren werden laut Standard der „Agentur für Biogetreide GmbH“ auch als Biobraugeste aufgekauft.

Sommerweizen
SENSAS ist ein begrannter Qualitätsweizen, er überzeugt durch seine Standfestigkeit (Note 3), die gute Qualität und Auswuchsfestigkeit. Auch der gegen Mehltau resistente SW KRONJET (Lagerung 4) ist allgemein anbauwürdig. XENOS (Lagerung 3) ist ein Wechselweizen sowohl für den Herbst- als auch für den Frühjahrsanbau geeignet. Der mittel standfeste TRISO wird vornehmlich in Kärnten angeboten. Bei Xenos und Triso ist auf Gelbrost zu achten, die Krankheit könnte heuer Probleme verursachen. FAVORIT ist spätreif und bleibt ertraglich zurück, wird von manchen Landwirten aber wegen der hohen Proteinwerte und stabilen Fallzahlen geschätzt.
SW KADRILJ ist ein gegenüber Blattkrankheiten toleranter, gut standfester (Note 2) und mittel reifender Mahlweizen. SW Kadrilj und SW Kronjet bestocken intensiver, auf mittleren und besseren Böden sollen 500 bis 600 Ähren/m2 etabliert werden. Der robuste TRAPPE (Lagerung 2) reift etwas später, ertraglich liegt er in den meisten Anbaugebieten voran. Im Proteingehalt bleibt Trappe bei vergleichbaren Bedingungen 0,9 bis 1,5 % hinter Michael, Sensas, SW Kadrilj, SW Kronjet und Xenos zurück, auf eine betonte N-Spätgabe ist daher zu achten. Der langjährig bewährte MICHAEL (Lagerung 3) wird allmählich von leistungsstärkeren Neuzüchtungen abgelöst. MONSUN (Lagerung 3) liefert geringere Hektolitergewichte, behält seine innere Qualität aber auch bei regnerischer Witterung zur Reifezeit (stabile Fallzahlen). Michael, Monsun und Kommissar reagieren empfindlicher auf den in Ostösterreich und im Alpenvorland ziemlich regelmäßig auftretenden Weizenbraunrost. Der langstrohige und wenig standfeste (Note 7) KÄRNTNER FRÜHER bringt hohe Proteinwerte, die Erträge bleiben jedoch 30 bis 35 % unter jenen neuerer Zuchtsorten.
Biosaatgut gibt es von Favorit, Kärntner Früher, Michael und SW Kadrilj. Von der „Agentur für Biogetreide“ werden Favorit, SW Kronjet, Triso und die tschechische Sorte Aranka als Speiseweizen akzeptiert.

Autoren: DI Michael OBERFORSTER, DI Clemens FLAMM und Ing. Willibald PRIELER, AGES Wien


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Aktualisiert am: 13.02.2008 16:10
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