Sollen Apfelallergiker wählerischer sein?

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Die Österreicher essen weniger Äpfel. Der Verbrauch ging 2017 um 5 kg auf 14 kg pro Kopf zurück. Ist es nur ein einmaliges Ereignis oder doch Anlass zum Reagieren? Der internationale Streuobsttag bot eine Erklärung an.
Winkt ein guter Preis, hebt sich´s leichter auf! Foto: A. Burgstaller
Winkt ein guter Preis, hebt sich´s leichter auf! Foto: A. Burgstaller

Anhand deutscher Zahlen hochgerechnet 280.000 Österreicher reagieren überempfindlich auf bestimmte Apfeleiweiße. Die Symptome sind Jucken im Mund, Schwellungen der Mundschleimhaut, der Zunge oder der Lippen. Auch Atembeschwerden können auftreten. Die Zahl der Betroffenen wächst.

Der Hauptreferent beim Streuobsttag in Zweiersdorf im Schneebergland, Prof. Zapp von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, forscht zur Apfelallergie. Die Allergieursache befinde sich in der Schale. Ob ein Biss in den frischen Apfel folgenlos bleibt, sei stark von der Sorte abhängig. Allergiker haben bei Zapps Forschungsprojekt bestimmte, alte Sorten, darunter Alkmene, Goldparmäne, Roter Boskoop und andere als besser verträglich eingestuft. Man darf jedoch die modernen Apfelkultursorten nicht pauschal als wenig verträglich qualifizieren. Sind die Äpfel verarbeitet oder geschält, werden alle Sorten problemlos vertragen.

Der regelmäßige Konsum alter Apfelsorten über einen Zeitraum von 3 Monaten brachte im Versuch eine Linderung der Symptome des Allergie-Syndroms. Gleichzeitig wurden auch rückläufige Heuschnupfensymptome festgestellt. Die ausgewählten Apfelsorten wurden von den Allergikern gut vertragen. Das Ergebnis legt nahe, dass die gezielte Auswahl der Apfelsorten einen lindernden Effekt über die Apfelallergie hinaus haben kann. Gute Nachrichten also für die Freunde und Freundinnen alter, seltener Obstsorten.

Neues aus der Streuobstforschung wird bereits wieder am 2. Mai 2019 im Stift Seitenstetten zu hören sein, wo die ARGE Streuobst den kommenden Streuobstkongress abhalten wird.

Wie die Bio-Streuobstbauern mit der diesjährigen Massenernte zurechtkommen, steht in der aktuellen LANDWIRT Bio-Ausgabe 6.

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Autor: Alois BURGSTALLER, LANDWIRT Redakteur

Aktualisiert am: 12.11.2018 14:26
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