Solidaritätsfonds für belgische Milcherzeuger

In Belgien haben sich berufsständische Organisationen, Milchindustrie und der Einzelhandel auf einen Solidaritätsfonds für Milcherzeuger verständigt. Danach wird der Handel im zweiten Halbjahr 2009 pro Liter verkaufter Trinkmilch 14 Cent an den Fonds abführen.
In Belgien soll ein Solidaritätsfond für die belgischen Milcherzeuger eingerichtet werden.
In Belgien soll ein Solidaritätsfond für die belgischen Milcherzeuger eingerichtet werden.
Aus dem Aufkommen für den Solidaritätsfond für belgische Milchbauern von voraussichtlich EUR 30 Mio. soll jeder Milcherzeuger einen produktionsabhängigen Anteil erhalten.

Erlös bis zu 2 Cent
Der Zusatzerlös zum Erzeugerpreis wird auf 2 Cent je Liter Rohmilch geschätzt. Die Vereinbarung wird vom Einzelhandelsverband (FEDIS), dem Boerenbond und dem Algemeen Boerensyndicaat (ABS) sowie dem Milchindustrie-Verband (BCZ-CBL) getragen. Im wallonischen Teil Belgiens trat der dortige Bauernverband (FWA) dem Abkommen nicht bei. Grund dafür ist, dass sich die beteiligten Bauernverbände verpflichten, die Blockade- und Protestaktionen gegen den Einzelhandel einzustellen. Der FWA ist mit dem Erreichten jedoch nicht zufrieden und will die Proteste fortsetzen.

Solidarität für die ganze Vermarktungskette
Das Stillhalteabkommen hat eine Laufzeit von sechs Monaten. Steigt in dieser Zeit das Auszahlungsniveau, kürzt der Einzelhandel seinen Solidarbeitrag entsprechend. Langfristig wollen die Beteiligten mit der Regierung darüber verhandeln, wie ein solidarisches Vermarktungssystem für lokale Produkte aufgebaut werden kann. Interprofessionelle Absprachen auf europäischer Ebene sollen verhindern, dass einzelne Glieder der Vermarktungskette vom Erzeuger bis zum Einzelhandel an der Wertschöpfung nicht mehr beteiligt sind. (AIZ)


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Aktualisiert am: 10.07.2009 10:47
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