Sojabohne: Sorten 2011

In etwa zwei Monaten startet der Sojaanbau in Österreich. In diesem Jahr wird erneut mit einer Ausweitung des Anbauumfangs gerechnet. Höchste Zeit also, um sich die für den Standort optimale Sorte zu sichern.
Bei der Wahl der Sojasorte ist auf die spezifischen Merkmale Rücksicht zu nehmen.
Bei der Wahl der Sojasorte ist auf die spezifischen Merkmale Rücksicht zu nehmen.
In der Anbausaison 2010 hat die Anbaufläche von Sojabohne in Österreich einen Anbauumfang von mittlerweise 34.500 ha erreicht. Das entspricht einer Ausweitung gegenüber 2009 um 36 % mit den größten Flächenzunahmen im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich. Mit einer Gesamtproduktion von nunmehr 94.500 t (Statistik Austria) liegt Österreich nach Italien und Frankreich bereits an dritter Stelle unter den EU-Ländern. Als Wärme liebende Kulturart passt Sojabohne gut in Körnermaisgebiete. Sie hilft damit den Maiswurzelbohrer über Fruchtfolgemaßnahmen hintanzuhalten, stellt damit aber auch gewisse Anforderungen an die Abreifewitterung. Für den österreichischen Sojaanbau kommen daher nur Sorten der Reifegruppen 000 (sehr früh) und 00 (früh) in Betracht. 000-Sorten reifen auch in den oberösterreichischen Anbaulagen und im Westbahngebiet rechtzeitig ab. Auch innerhalb einer Reifegruppe besteht eine gewisse Bandbreite im Abreifeverhalten. Gallec, Protina und speziell Merlin sind frühe 000-Sorten. Alma Ata, Cordoba, Lotus, Malaga, Opaline sowie Petrina zählen dagegen zu den späteren 000-Sorten, und Protéix steht bereits am Übergang zur 00-Gruppe. Darauf ist besonders zu achten, wenn Sojabohne in klimatischen Randlagen ausgesät wird. In südöstlichen Anbauregionen und in Ostösterreich reifen auch die 00-Sorten rechtzeitig ab.
ES Dominator, ES Mentor, Sigalia oder Sinara sind ertragsstark, zugleich jedoch auch die spätesten Sorten in dieser Reifegruppe. Ihr Anbau sollte daher eher in diesen Gunstlagen erfolgen. Sojabohne benötigt eine gleichmäßige und ausreichende Wasserversorgung. Im Osten besteht für Sojabohne in Trockenjahren die Gefahr von Mindererträgen. Vor allem wenn die Möglichkeit zur Beregnung nicht gegeben ist, sollten Standorte mit einer guten Wasserspeicherfähigkeit des Bodens für den Sojaanbau gewählt werden. Wassermangel wirkt besonders ab dem Hülsenansatz ertragsbegrenzend. Sojabohne bindet als Leguminose Luftstickstoff. Voraussetzung dafür ist eine gelungene Beimpfung mit Knöllchenbakterien entweder des Saatgutes selbst oder direkt bei der Aussaat, besonders auf Feldern, wo Sojabohne z.B. im Zuge einer Anbauausweitung erstmals kultiviert wird.
Im Handel ist häufig auch bereits fertig inokuliertes Saatgut erhältlich. Die Knöllchenbakterien werden in einem gut durchlüfteten und mäßig feuchten Boden wesentlich gefördert. Die Vorfruchtwirkung durch die Stickstoffbindung ist mit einer geeigneten Nachfrucht (z.B. Winterweizen) zu nutzen. Auch dafür ist wiederum die rechtzeitige Abreife und Erntbarkeit der Sojabestände wichtig.

Autor: DI Klemens MECHTLER, AGES, Wien

Mehr über die Sortenwahl und den Anbau von Soja lesen Sie in der Ausgabe 4/2011 von Der fortschrittliche Landwirt.

Weiters in dieser Ausgabe:
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Aktualisiert am: 06.02.2011 11:00
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