Sojabohne - so wettbewerbsfähig ist sie

Die Sojaanbauflächen sind in Österreich im Steigen begriffen. Für viele Landwirte ist die Sojabohne eine wirtschaftlich interessante Alternative zu Mais. Zusätzlich lockt die geringe Arbeitsintensität bei der Bewirtschaftung.
Derzeit wird die Sojabohne in Österreich auf rund 25.000 ha angebaut.
Derzeit wird die Sojabohne in Österreich auf rund 25.000 ha angebaut.
Sojabohnen sind weltweit eine der bedeutendsten Kulturen. So verdreifachte sich die Produktion in den letzten 25 Jahren auf mittlerweile rund 240 Millionen Tonnen. Die wesentlichsten Erzeuger sind die USA, Brasilien und Argentinien. Die EU spielt keine Bedeutung (0,25 % der weltweiten Produktion). In Österreich hat in den letzten Jahren die Bedeutung vom Sojabohnenanbau zugenommen, derzeit werden gut 25.000 ha angebaut. Oberösterreich und das Burgenland sind die wichtigsten Produktionsgebiete.

Wettbewerbsfähigkeit
In Oberösterreich liegen die Durchschnittserträge um 30 dt/ha und ermöglichen bei Marktfruchtbetrieben eine gute Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Körnermais. Körnermais muss – je nach einzelbetrieblicher Voraussetzung – rund 135 bis 145 Euro je t (inkl. MwSt) erlösen, damit der gleiche Deckungsbeitrag wie mit Sojabohnen (Preisannahme: 290 Euro je t) erreicht wird. In den letzten beiden Jahren konnten mit Sojabohnen bessere Deckungsbeiträge als mit Körnermais erreicht werden. Viele Betriebe schätzen die geringe Arbeitsintensität bei Sojabohnen.

Feuchtwarmes Klima
Soja gedeiht am besten unter feuchtwarmen Klimaverhältnissen. Sie stellt an die Tempera-tursumme und an die Wasserversorgung hohe Ansprüche. Prädestiniert für den Sojaanbau in Oberösterreich sind zum Beispiel Ackerbaulagen wo Mais noch gut zur Körnerreife mit etwa FAO 280 kommt. In Österreich werden v.a. Sorten der Reifegruppen 000 und 00 angebaut. Durch das kühlere Klima haben in Oberösterreich v.a. Sorten der Reifegruppe 000 eine große Bedeutung. Sojabohnen gedeihen am besten auf gut erwärmbaren Böden.
Nur bei pH-Werten des Bodens von 6,5 - 7,5 sind gute Voraussetzungen für die Knöllchenbakterienaktivität gegeben. In kalkarmen Regionen ist daher der Kalkversorgung des Bodens besondere Beachtung zu schenken.

Zwischenfrucht
Gute Vorfrüchte für Soja sind stickstoffzehrende Kulturen wie Getreide und Zuckerrübe. Leguminosen als Hauptfrucht eignen sich nicht, da während der Vegetationszeit durch hohe N-Nachlieferungen sich die Abreife verzögern kann. Teilweise werden Sojabohnen in der Zwi-schenfrucht zwecks Etablierung von Rhizobien mitangebaut (teure Lösung).
Durch die späte Aussaat und Bodenbedeckung von Soja soll der Anbau von abfrostenden Zwischenfrüchten, z.B. Phacelia, Senf etc. zur Verminderung der Bodenerosion, ähnlich wie bei Mais, überlegt werden! Es ist darauf zu achten, dass ein entsprechend großer Abstand - 4 Jahre zu anderen sklerotiniaanfälligen Kulturen, wie Raps und Sonnenblume - besteht. 2009 gab es in Oberösterreich vereinzelt Probleme mit Sklerotinia bei Sojabohnen - befallene Bestände reiften rascher ab.

Autor: DI Martin BÄCK, LK Oberösterreich


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Aktualisiert am: 20.01.2010 16:53
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