Soja reduzieren

Eiweißfuttermittel wie Sojaextraktionsschrot sind ein Kostenfaktor in der Ration und steigern die Stickstoff- und Phosphorausscheidungen der Schweine. Bei einem Fütterungsversuch im bayerischen Schwarzenau wurde die Einsatzmenge extrem reduziert.
Soja lässt sich in der Ration stark reduzieren. (Foto: ChiccoDodiFC/shutterstock)
Soja lässt sich in der Ration stark reduzieren. (Foto: ChiccoDodiFC/shutterstock)
Der Fütterungsversuch brachte ein klares Ergebnis. Durch die Reduzierung von Eiweißfuttermitteln wie Sojaextraktionsschrot und Zulage von essenziellen Aminosäuren in Rationen für Mastschweine lassen sich die Stickstoff- und Phosphorausscheidungen reduzieren. Die Schlachtkörpermerkmale werden durch die Rohproteinreduzierung nicht oder nur geringfügig beeinflusst. Bezüglich der Mastleistungen muss noch weiter geforscht werden. Tiere mit extremer und grenzwertiger Reduzierung von Sojaextraktionsschrot hatten trotz Zulage von bis zu sieben Aminosäuren schwächere Zunahmen. Hier muss die Bedeutung der nächsten limitierenden Aminosäuren und von sogenannten semiessenziellen Aminosäuren, das sind „bedingt lebensnotwendige“ Aminosäuren, abgeklärt werden.
Stickstoffausscheidungen reduzieren
Für die Einhaltung der Düngeverordnung ist es für die Betriebe wichtig, die Stickstoffausscheidungen durch die Tiere möglichst gering zu halten. Eine Möglichkeit besteht darin, die Einsatzmenge von Eiweißfuttermitteln wie Sojaextraktionsschrot deutlich zu senken und die notwendigen Aminosäuren über entsprechende Mineral- oder Ergänzungsfutter bzw. im Alleinfutter zu ergänzen. In neueren Versuchen mit Mastschweinen im bayrischen Schwarzenau und im Versuchsgut in Iden (Sachsen-Anhalt) hat auch eine starke Absenkung der Rohprotein- bzw. Sojagehalte die Mastleistung nicht oder nur geringfügig reduziert. Das bezahlungsrelevante Merkmal „Muskelfleischanteil“ wurde in den angeführten Versuchen durch die Reduzierung des Rohproteingehaltes nicht beeinflusst. In einem weiteren Versuch sollte überprüft werden, wie weit sich der Anteil an Sojaextraktionsschrot in Mastrationen für Schweine absenken lässt, ohne dass es zu negativen Auswirkungen auf Mastleistung und Schlachtparameter kommt. In der Schweinemast sind die Aminosäuren Lysin, Methionin, Threonin und Tryptophan etabliert. In den Mischungen mit reduzierten Anteilen an Sojaextraktionsschrot wurden zusätzlich Valin, Leucin und Isoleucin ergänzt. Leucin ist zwar als Geschmacksstoff, jedoch nicht als Aminosäure zugelassen. Für den Einsatz im Versuch benötigte man eine Ausnahmegenehmigung.

Den Artikel von Wolfgang Preissinger, Günther Propstmeier und Simone Scherb in voller Länge und mit detaillierten Informationen zu den Versuchsrationen finden sie in der LANDWIRT Ausgabe 15/2018 Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 15/2018 (solange der Vorrat reicht)

Aktualisiert am: 21.07.2018 05:14