Soja-Moratorium in Brasilien verlängert

Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßt die Entscheidung brasilianischer Sojahändler, ein weiteres Jahr lang kein Soja von Plantagen auf frisch gerodeten Urwaldflächen zu erstehen.
Dieses Moratorium hält bereits seit 2006 und ist das Ergebnis einer langjährigen Greenpeace-Kampagne zur Erhaltung des verbliebenen Regenwaldes in Amazonien.

Primäre Klima-Bedrohung
Die weltweiten Waldrodungen sind für rund ein Fünftel der gesamten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich und zählen damit zu den größten Bedrohungen für das Klima. Gelingt es nicht bald, die Abholzung der Urwälder zu stoppen, wird es wohl sehr schwer werden, den Klimawandel noch zu stoppen. Ein weiteres großes Problem dabei stellt auch die Rinderzucht in Amazonien dar: Achtzig Prozent der gerodeten Waldflächen werden in Brasilien als Weideland für Rinder verwendet – und letztere dort nicht allein zur Fleisch-, sondern auch zur Ledergewinnung gehalten.

Klimakiller Sportschuhe
Konzerne wie Adidas/Reebok, Timberland und Clarks beziehen enorme Mengen Leder aus dem Amazonasgebiet und tragen damit zur Urwaldzerstörung bei. „Inzwischen konnten wir Nike überzeugen, aus diesem Geschäft auf Kosten des Waldes und des Klimas auszusteigen“, berichtet der Greenpeace-Klimaexperte Jurrien Westerhof, „zahlreiche namhafte Unternehmen - von Adidas/Reebok über Gucci zu Clarks und Timberland – beziehen ihr Leder jedoch weiterhin aus dem Amazonasbecken.“

Soja für Österreich
Auch Österreich ist an der Abholzung des Amazonas-Regenwaldes nicht unbeteiligt: Jährlich werden an die 600.000 Tonnen Soja importiert, hauptsächlich aus Brasilien. Täglich kommen ein bis zwei riesige Frachtschiffe aus Rotterdam, mit Soja beladen, nach Österreich. In Brasilien wächst auf einer Fläche, die größer als Vorarlberg ist, Futter für unsere Rinder und Schweine.

Freiwilligkeit reicht nicht
Bei der großen UN-Klimakonferenz im Dezember dieses Jahres in Kopenhagen muss der Urwaldschutz daher unbedingt eine Priorität erhalten. Die Urwälder zu schützen ist eine Frage unseres Überlebens - und diese wird auf Dauer nicht auf Basis eines freiwilligen Moratoriums allein beantwortet werden können.


Autor:
Aktualisiert am: 02.08.2009 21:57
Landwirt.com Händler Landwirt.com User