Soja: Auf steigende Preise beim Extraktionsschrot reagieren

Durch gezielten Einsatz von Sojaextraktionsschrot lassen sich die Futterkosten in der Schweinemast um bis zu 5 Euro pro Mastschwein reduzieren. Die Phasenfütterung und der Einsatz alternativer Eiweißträger machen es möglich.
Durch die Phasenfütterung können gegenüber der Universalfütterung je Mastschwein rund 10 kg Sojaextraktionsschrot eingespart werden.
Durch die Phasenfütterung können gegenüber der Universalfütterung je Mastschwein rund 10 kg Sojaextraktionsschrot eingespart werden.
Sojaextraktionsschrote decken mit ca. 80 % den größten Anteil des Eiweißfutterbedarfs in der Schweinefütterung ab. Hieraus wird erkennbar, dass mehr oder weniger große Veränderungen beim Preis für das Sojaextraktionsschrot die Futterkosten und damit die Wirtschaftlichkeit der Schweinehaltung maßgeblich beeinflussen können. Zum Beispiel erhöht ein um 20 Euro pro Tonne gestiegener Preis für Sojaextraktionsschrot die Futterkosten um 0,80 Euro je Mastschwein.

Einsparungspotenzial berechnen
Einsparungsmöglichkeiten bergen unter anderem die Phasenfütterung und der Einsatz alternativer Eiweißträger. Für eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit dieser alternativen Fütterungsstrategien sind die veranschlagten Futterkosten auf Basis der derzeitigen Preise für Einzelkomponenten und Aminosäuren kalkuliert worden. So wurde für Gerste und Weizen ein Preis von 12,00 Euro bzw. 13,00 Euro, für Sojaextraktionsschrot 43 % RP von 35,00 Euro, für Rapsextraktionsschrot von 17,00 Euro, für Ackerbohnen von 20,00 Euro und für die Weizenschlempe mit 9 % TS 2,00 Euro jeweils je 100 kg veranschlagt. Die Aminosäuren Lysin, Methionin und Threonin wurden mit Preisen von 150,00 Euro, 400,00 Euro bzw. 200,00 Euro veranschlagt.

Rapsextraktionsschrot
Bei der dargestellten Menge von Rapsextraktionsschrot ist eine etwa gleich hohe Reduzierung des Sojaextraktionsschrot-Einsatzes wie bei Ackerbohnen auf rund 27 kg je Mastschwein möglich. Erfreulich ist dabei zusätzlich die Tatsache, dass die Futterkosten im Vergleich zur reinen Eiweißergänzung aus Sojaextraktionsschrot um immerhin 2,00 Euro auf 44,40 Euro je Mastschwein gesenkt werden konnten. Bei dieser Strategie gilt allerdings auch zu bedenken, dass sicherlich Engpässe bei der Versorgung auftreten werden, wenn jedes erzeugte Mastschwein in Europa derart gefüttert würde.

Aminosäuren
Durch einen höheren Einsatz von Aminosäuren (+ 2 %-Punkte mehr Lysin, + 0,5 %-Punkte mehr Methionin und 1 %-Punkt mehr Threonin im Anfangsmast-Mineralfutter) lässt sich der Sojaextraktionsschrot-Aufwand je Mastschwein auf 36,6 kg senken, bei gleichzeitig verringerten Futterkosten von 1,00 Euro je Mastschwein. Wobei dies letztendlich eine Folge der hier für die Aminosäuren unterstellten Preise ist.

Fazit
Eine 2- bzw. 3-Phasenfütterung sollte standardmäßig durchgeführt werden. Hiermit können rund 10 kg Sojaextraktionsschrot sowie parallel bis zu 4,00 Euro Futterkosten eingespart werden. Durch einen teilweisen Ersatz von Sojaextraktionsschrot über langsam steigende Mengen an Rapsextraktionsschrot und Ackerbohnen lassen sich etwa 15 bis 17 kg Sojaextraktionsschrot pro Mastschwein einsparen und zurzeit deutlich geringere Futterkosten pro Mastschwein erzielen. Eine weitere Erhöhung des Einsatzes essenzieller Aminosäuren kann den Sojaextraktionsschrot-Aufwand sicherlich um 5 kg pro Schwein senken und derzeit auch zur Senkung der Futterkosten von etwa ein Euro je Mastschwein beitragen.

Autor: Dr. Gerhard STALLJOHANN, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Münster (D)


Aktualisiert am: 05.01.2010 13:41
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