Sodagrain richtig einsetzen

Um Trocknungskosten zu sparen, konservieren mittlerweile auch Milchbauern ihr Getreide mit Säure. Zudem hat Sodagrain aufgrund des hohen pH-Wertes eine puffernde Wirkung und sorgt für ein stabiles pH-Verhältnis im Pansen.
Die technische Ausstattung des Betriebes hinsichtlich Mischmöglichkeit und Lagerung und der Bezugspreis für das Ätznatron entscheiden letztendlich über die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens gegenüber Mahlen oder Quetschen des Getreides.
Die technische Ausstattung des Betriebes hinsichtlich Mischmöglichkeit und Lagerung und der Bezugspreis für das Ätznatron entscheiden letztendlich über die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens gegenüber Mahlen oder Quetschen des Getreides.
Bei der Herstellung von Sodagrain wird das Getreide nicht geschrotet oder gequetscht sondern mittels Zugabe von Natronlauge aufgeschlossen und konserviert. Der Mehlkörper bleibt im Ganzen erhalten, wodurch ein großer Teil der Stärke nicht im Pansen aufgeschlossen wird und so im Dünndarm anlangt. Dort dient sie nach enzymatischer Aufspaltung der für die Milchkuh sehr wichtigen Glucoseversorgung.

Sodagrain in der Ration
Beim Einsatz von Sodagrain ist darauf zu achten, dass man den Pansen nicht ,,aushungert’’ und genügend leicht fermentierbare Stärke füttert. Sonst wird die Proteinsynthese im Pansen beeinträchtigt. Eine Studie zeigte eine verlangsamte Fermentation von Sodagrain-Weizen im Vergleich zu Weizenschrot. Der Stärkeabbau sank von 89 % auf 55 %, wodurch mehr Stärke in den Dünndarm gelangt. Durch den verminderten Stärkeabbau und die puffernde Wirkung aufgrund des hohen pH-Wertes von Sodagrain (pH 11) war das pH-Verhältnis im Pansen stabiler. Dies kann die Futteraufnahme kritischer Mischrationen begünstigen. Auf Puffersubstanzen wie Natriumbicarbonat kann so verzichtet werden. Das im Getreide enthaltene Vitamin E wird allerdings durch die Behandlung mit Natronlauge vollständig zerstört, worauf bei der Auswahl des Mineralfutters zu achten ist. Der Wasserbedarf der Tiere steigt aufgrund des hohen Natriumgehalts. Der Einsatz von Sodagrain wird dadurch begrenzt, dass die Stärkeabbaubarkeit im Dünndarm auf 1,5 bis 2 kg limitiert ist. Durch den hohen pH-Wert hat Sodagrain einen seifigen Geschmack, was bei zu hohem Einsatz die Futteraufnahme der Tiere reduzieren kann.
Aufgrund der puffernden Wirkung wird der Einsatz von Sodagrain bei den Trockenstehern nicht empfohlen. Die empfohlene max. Einsatzmenge bei Milchkühen liegt bei 4-5 Kg pro Kuh und Tag.

Autorinnen: DI Sabine GIRKE und DI Sibylle MÖCKLINGHOFF-WICKE, Innovationsteam Milch Hessen (D)


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Aktualisiert am: 21.04.2010 17:25
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