So wirkt die GAP-Reform in Österreich auf die Milchbauern

Die bisherigen Kalkulationen zeigen, dass die Milchproduktion durch die Reform großteils eine Verbesserung gegenüber den Beschlüssen von Berlin (Agenda 2000) erfährt.

Die Milchproduktion bleibt eine der attraktivsten Flächenverwertungen im Grünland
Die Milchproduktion bleibt eine der attraktivsten Flächenverwertungen im Grünland
Durch diese grundsätzliche Änderung kommt bei der Entscheidung des betriebswirtschaftlich sinnvollsten Betriebszweigs dem Deckungsbeitrag aus der Produktion eine zunehmende Bedeutung zu. Der Grund liegt darin, dass die nunmehr entkoppelten Direktzahlungen aus der Vergangenheit unabhängig von der Produktion gewährt werden. Dies trifft vor allem auf Betriebe zu, die in Zukunft einen höheren Deckungsbeitrag durch eine Spezialisierung erzielen wollen. Auf der anderen Seite werden Betriebsleiter mit Extensivierungsabsicht überlegen, welche Einbußen sie im Deckungsbeitrag in Kauf nehmen und wie sie die frei gewordene Arbeitszeit in anderen Bereichen (außerlandwirtschaftlich) einsetzen können.

So erhält ein Milcherzeuger bei Umstellung auf die Mutterkuhhaltung nach Entkoppelung der Milchprämie sowohl die gekoppelte Mutterkuhprämie als auch die entkoppelte Milch-, Schlacht- und gegebenenfalls Extensivierungsprämie. Voraussetzung ist die vollständige Abgabe der A-Milchquote und freie Mutterkuhquoten (werden bereits ab 2004 erhöht). Wenn ein Landwirt hingegen keinen Rückgang des Deckungsbeitrags bei einem bestimmten Produktionszweig in Kauf nehmen will und keine Alternativen für die freiwerdende Arbeitskapazität besitzt, sollte über andere Strategien nachgedacht werden.

Durch die Entkoppelung der Milchprämie im Jahr 2007 erfolgt bei intensiven Milchbetrieben eine starke Erhöhung der Zahlungsansprüche, die dieser Betrieb 2007 zur Verfügung hat (keine Aufteilung der Milchprämie auf Stilllegungs-Zahlungsansprüche).

Weitere Infos finden Sie auch in der Sonderbeilage Heft 22/2003 „Was bringt die GAP-Reform für die österreichische Milchwirtschaft?“

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Aktualisiert am: 26.07.2004 12:30
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