So spart man Kraftstoff

Die hohen Treibstoffpreise treiben die Kosten in die Höhe. Und sie werden noch weiter ansteigen. Auf den Dieselpreis haben wir Landwirte keinen Einfluss, auf den Verbrauch allerdings schon.
Je mehr Stunden der Traktor im Teillastbereich fährt, desto mehr Kraftstoffeinsparung ist mit einem stufenlosen Antrieb möglich.
Je mehr Stunden der Traktor im Teillastbereich fährt, desto mehr Kraftstoffeinsparung ist mit einem stufenlosen Antrieb möglich.
Der Dieselverbrauch ist nicht nur vom Durchdrücken des Gaspedals, sondern von vielen weiteren Faktoren abhängig.
- Ist unser Betrieb optimal organisiert?
- Verwenden wir die richtigen Maschinen?
- Fahren wir mit den richtigen Traktoren bei der richtigen Arbeit?

Ist unser Betrieb optimal organisiert?
Große regelmäßige Felder führen neben Zeitersparnis auch zu einem niedrigeren Dieselverbrauch. Da weniger manövriert, gewendet und weniger hin und her gefahren wird als bei kleineren Feldern läuft der Motor weniger Stunden - und das bei einer konstanteren Drehzahl.
Messungen aus der Praxis zeigen, dass beim Fahren auf großen Feldern weniger Kraftstoff pro Hektar nötig ist. Und je weniger Leistung die Arbeit erfordert, desto größer wird die Kraftstoffeinsparung.
Die sparsamste Bearbeitung resultiert aus rechteckigen Feldern. Je kleiner sie sind, desto größer sind die Unterschiede.
Des Weiteren sollte vermieden werden, zu oft zwischen kleinen Feldern hin und her zu fahren, die dann oft noch abseits des Hofes liegen. In diesem Fall wird geraten, wo möglich, Felder, die zu weit entfernt liegen, zu tauschen. Stundenlang zwischen Hof und Feld zu fahren, verbraucht viel Kraftstoff und bringt keinen Ertrag.
Versuchen Sie so wenig Arbeitsgänge wie möglich zu tätigen.

Zusammenfassung
Bei den so eben beschriebenen Punkten gibt es noch einiges zu tun. Durch oder vielleicht sogar dank des höheren Ölpreises sind wir gezwungen umzudenken. Jeder von uns kennt Situation, in denen Kraftstoff vergeudet wird. Nicht aus böser Absicht, aber oft aus Unwissenheit bzw. Schlamperei. Oft hat man sich einen bestimmten Fahrstil zu Recht gelegt, der im Nachhinein schwierig abzugewöhnen ist.
Schade ist, dass nicht alle Hersteller eine Kraftstoffmessung in ihre Traktoren einbauen. Bei Traktoren mit elektronisch regelbaren Kraftstoffsystemen reicht ein Display aus, die Sensoren und die Verkabelung sind schon vorgesehen. Dem Fahrer wird auf diese Art und Weise der aktuelle Spritverbrauch direkt vor Augen geführt.
Für Erntemaschinen gilt dieselbe Überlegung, obschon der Verbrauch oft noch höher ausfällt: Stumpfe Messer bei einem Häcksler oder Mähdrescher, ein falscher Abstand zwischen Dreschkorb und Dreschtrommel...
Gerade bei diesen Maschinen ist eine aktuelle Verbrauchsmessung Gold wert. Aber es gibt derzeit nur wenige Hersteller, die es wagen, diesen Standard in ihre Maschinen einzubauen.
Für eine exakte Kostenberechnung beim überbetrieblichen Einsatz (Lohnunternehmer oder Maschinenring), zugeschnitten auf den Kunden bzw. auf die zu verrichtenden Arbeit, können diese Schlussfolgerungen helfen. Auf größeren Schlägen ist in den meisten Fällen nicht nur der Kraftstoffverbrauch, sondern auch die Stundenanzahl, der Verschleiß am Traktor, an der Maschine usw. geringer. Das sollte bei der Verrechnung berücksichtigt werden.

Autoren: Peter MENTEN, Londerzell (B) und Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 10.09.2008 10:26
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