So reduzieren Sie Wildschäden

Kategorien zum Thema: Forstwirtschaft Wald
Wildschäden sind ein Ärgernis zwischen Jägern und Waldbauern, das mehr denn je Zusammenarbeit statt Zwist erfordert. Neben der jagdlichen Regulierung des Wildbestandes führen auch geeignete waldbauliche Maßnahmen zu einer Reduktion von Schäden durch Schalenwild.
Jagdliche und waldbauliche Ziele müssen sich nicht im Wege stehen. Bild: Reiterer
Jagdliche und waldbauliche Ziele müssen sich nicht im Wege stehen. Bild: Reiterer
Es liegt in der Natur von Reh und Hirsch, sich ausschließlich von Pflanzen zu ernähren. Darunter fallen auch wirtschaftlich wichtige Waldbäume. Ob nur ein „Wildeinfluss“ oder schon ein „Wildschaden“ besteht, hängt von der Zielsetzung des Waldbewirtschafters ab. Wenn beispielsweise in einer Naturverjüngung ein 20-prozentiger Tannenanteil gewünscht ist, die Tanne aber wegen selektivem Verbiss komplett ausfällt, dann ist von einem Schaden zu sprechen. Es ist Aufgabe der Jäger dafür zu sorgen, dass der Wildbestand an die wirtschaftliche Tragfähigkeit des jeweiligen Lebensraums angepasst ist. Ein Zitat von Ulrich Scherping, langjähriger Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jagdverbandes (DJV), lautet: “Die Verbesserung der Äsungsverhältnisse im Wald ist solange zwecklos, als es nicht gelungen ist, den Wildbestand auf das Maß herabzusetzen, das für den derzeitigen Zustand des Waldes tragbar ist.“ Außerdem reagiert Wild auf mehr und bessere Äsung mit höherem Zuwachs. Das heißt, dass eine qualitative Verbesserung des Lebensraumes nicht automatisch zu weniger Wildschaden führt. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Jäger den zusätzlichen Zuwachs abschöpfen. Die Reduktion vorhandener Wildschäden wird nur dann gelingen, wenn eine größere Anzahl an Tieren erlegt wird als geboren.

Licht ist entscheidend
Waldbau ist ein „Spiel mit dem Licht“. Ausreichend Licht ist neben Wasser und Nährstoffen der entscheidende Faktor für das Wachstum der Pflanzen. Sterbendes Laubholz in einer Fichtendickung, die nicht durchforstet wurde, oder absterbende Eichenkeimlinge unter einem wieder zuwachsenden Altholzschirm dürfen nicht Rehen und Hirschen angelastet werden.

Mehr über waldbauliche Maßnahmen, mit denen Sie den Wildverbiss reduzieren können, lesen Sie in der LANDWIRT- Ausgabe 18.

Autor: Dipl.Ing. Martin Höbarth, Landwirtschaftskammer Österreich

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Aktualisiert am: 24.08.2017 16:24