So gliedern Sie Sauen stressfrei in die Gruppe ein

Aus Sicht der Verhaltensforschung ist die Gruppenhaltung zu begrüßen. Denn sie kommt dem Bewegungsbedürfnis der Sauen entgegen. Kritisch ist jedoch die Phase der Gruppenbildung. Hier kommt es immer wieder zu Rangkämpfen unter den Sauen.
Sauen, die gemeinsam in eine Wechselgruppe eingegliedert worden sind, bleiben erfahrungsgemäß beieinander.
Sauen, die gemeinsam in eine Wechselgruppe eingegliedert worden sind, bleiben erfahrungsgemäß beieinander.
Rangkämpfe können nicht nur Verletzungen und Fundamentschäden zur Folge haben, sondern sich auch auf die Fruchtbarkeit negativ auswirken. Die Einnistung der befruchteten Eizellen in die Gebärmutterschleimhaut ist in der 5. Woche zwar weitgehend abgeschlossen, durch die mechanische Einwirkung von außen können die Föten aber absterben.
Wir groß der Stress beim Eingliedern der Sauen in der Gruppe ist, hängt entscheidend davon ab, wie groß die Gruppe ist und ob mit festen oder wechselnden Sauengruppen gearbeitet wird. Die Vor- und Nachteile der beiden Gruppensysteme sind in der Übersicht dargestellt.

Wechselnde Gruppen
Bei wechselnden Gruppen werden laufend hochtragende Sauen aus der Gruppe herausgenommen und in den Abferkelbereich umgestallt. Im Gegenzug werden gerade gedeckte oder niedertragende Sauen neu in die Gruppe integriert. Die Wechselgruppe bietet hervorragende Möglichkeiten zur Buchtenstrukturierung in Ruhe- und Aktivitätsbereiche. Außerdem lässt sich bei diesem Fütterungssystem in der Regel teure Fütterungstechnik auch in kleineren Beständen gut auslasten. Das häufige Ein- und Ausstallen verursacht jedoch Unruhe und führt zu neuen Rangordnungskämpfen.

Fazit
Beim Eingliedern tragender Sauen in die Gruppenhaltung kommt es zwangsläufig zu Rangkämpfen. Wichtig ist dabei, dass die Gefahr von Verletzungen und Fruchtbarkeitsstörungen durch ein geschicktes Gruppenmanagement begrenzt wird. Großen Einfluss hat die Entscheidung, ob die Sauengruppe in wechselnden oder festen Gruppen unterteilt wird. In Wechselgruppen ist die Unruhe größer. In festen Gruppen ist die Rangordnung dagegen relativ stabil. Generell sollten immer nur ganze Sauengruppen und keine Einzeltiere integriert werden. Bei Wechselgruppen ist es zudem von Vorteil, wenn die Hauptgruppe möglichst groß ist, damit die Neuankömmlinge besser in der Menge untertauchen können. Jungsauen bilden während der ersten Trächtigkeit möglichst eine eigene Gruppe, um dann zum zweiten Wurf in die Hauptgruppe integriert zu werden.

Autor: DI Bernhard FELLER, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen


Aktualisiert am: 19.04.2007 11:15
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