So gehen die Molkereien mit den Mehrmengen um

Kraftfuttereinsatz senken, Kuhzahl reduzieren, Milch an Kälber verfüttern: So lauten die derzeitigen Appelle der Molkereien an ihre Lieferanten. Viele Verarbeiter kämpfen mit der hohen Anlieferung und der prekären Marktsituation.
Der LANDWIRT wollte wissen, wie die Milchabnehmer mit den Mehrmengen umgehen, wie sich der Preis entwickeln wird und welche Zukunftsperspektiven die Unternehmen haben. Foto: agrarfoto.com
Der LANDWIRT wollte wissen, wie die Milchabnehmer mit den Mehrmengen umgehen, wie sich der Preis entwickeln wird und welche Zukunftsperspektiven die Unternehmen haben. Foto: agrarfoto.com
Die Milchpreise sind niedrig, die Liefermengen hoch. Einige Molkereien haben bereits gehandelt und sich für Mengenregulierungsmodelle entschieden. Der LANDWIRT hat sich bei einigen österreichischen und deutschen Molkereien umgehört. Wir wollten wissen, wie die Milchabnehmer mit den Mehrmengen umgehen, wie sich der Preis entwickeln wird und welche Zukunftsperspektiven die Unternehmen haben.

Salzburg Milch: „Mengenregulierung ist keine Option“
Auszahlungspreis (netto, 4,2 % F, 3,4 % E): 27 Cent (konv.), 42 Cent (Bio)
Geschäftsführer Christian Leeb: „Zurzeit verarbeiten wir um vier Millionen Liter mehr Milch als im Mai 2015. Wir haben über eine Mengenregulierung nachgedacht, diesen Gedanken aber schnell wieder fallen gelassen. Bereits 2009 hatten wir eine Mengenregulierung in Form eines A/B-Preismodells. Dieses hat sich an der bestehenden Quote und der darüber hinaus gelieferten Menge orientiert, für welche dann der Preis des aktuellen Spotmarktes herangezogen und monatlich festgelegt wurde. Die Regulierung führte jedoch zu Unmut und Zwist bei den Bauern. Daraus haben wir gelernt und keine „neue Quote“ eingeführt. Im März schickten wir ein Schreiben an unsere Lieferanten, mit dem eindringlichen Appell, die Mengen einzuschränken. Bei Versammlungen wurde ebenfalls deutlich darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, jetzt weniger Milch zu liefern. Unsere Bauern verstehen das. Die Milchmenge ist im letzten Monat nicht gestiegen.

Bayernland: „Ein Unternehmen kann keine Agrarpolitik machen“
Auszahlungspreis (netto, 4,2 % F, 3,4 % E): 27,5 Cent (konv.), 50 Cent (Bio)
Geschäftsführer Bayernland Dr. Norbert Bauer Foto: Bayernland
Geschäftsführer Bayernland Dr. Norbert Bauer Foto: Bayernland
Geschäftsführer Dr. Norbert Bauer: „Wir verarbeiten rund 800 Millionen Kilo Milch pro Jahr und sind derzeit mit Mehrmengen gegenüber dem Vorjahr von drei bis vier Prozent konfrontiert. Die Produktionssteigerung ist regional sehr verschieden. Die Milchpreiswirksamkeit der Mehrmengen muss EU-weit gesehen werden. Eine freiwillige Mengenbegrenzung wäre sinnvoll. Wenn die Nachbarmolkerei aber eine andere Strategie verfolgt, geht der Schuss ins Leere. Wenn sich Österreich und Deutschland nun eigene Beschränkungen auferlegen, während Länder wie Irland und Holland die Produktion ausdehnen, geht der Schuss ebenfalls ins Leere. Die Bayernland eG wird keine Mengensteuerung einführen, da ein Unternehmen keine wirksame Agrarpolitik machen kann. Aus den Mehrmengen produzieren wir derzeit Magermilchpulver für die Intervention. Ein Zwischenhändler wickelt den Verkauf für uns ab. Da es seit vielen Jahren nicht nötig war, Milchpulver zu intervenieren, haben wir mit der Abwicklung keine Erfahrung. Die erste von der EU genehmigte Interventionsmenge von 108.000 Tonnen Magermilchpulver zu festen Preisen ist allerdings bereits voll und auch die zusätzlich gewährte Menge von 108.000 Tonnen füllt sich in großen Schritten. Wir haben es derzeit mit der längsten und tiefsten milchwirtschaftlichen Krise zu tun, seit ich im Unternehmen tätig bin und das sind mittlerweile 35 Jahre.

Den gesamten Artikel „Runter mit der Menge“ lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 11/2016.

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Aktualisiert am: 11.05.2016 10:21
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