So bleiben die Euter gesund

Die Gesundheit der Euter ist durch eine Vielzahl von Maßnahmen sicher zu stellen. Gesunde Euter sind daher das Ergebnis des Managements verschiedener Faktoren.

Die Eutergesundheit hängt von vielen Faktoren ab, die eingesetzte Melktechnik ist von untergeordneter Bedeutung.
Die Eutergesundheit hängt von vielen Faktoren ab, die eingesetzte Melktechnik ist von untergeordneter Bedeutung.
Unter Eutergesundheitsmanagement sind alle Maßnahmen im Milchviehbetrieb zu verstehen, die eine Sicherung der Eutergesundheitssituation ermöglichen oder eine Verbesserung der Eutergesundheit unter Berücksichtigung ökonomischer und arbeitswirtschaftlicher Aspekte erlauben. Hierzu gehören die regelmäßige Kontrolle der Eutergesundheit im Betrieb anhand von Kennzahlen und die Dokumentation von auftretenden Störungen der Eutergesundheit, aber auch (spätestens wenn mehrere Personen mit der Durchführung von Tätigkeiten beschäftigt sind) die Festlegung, Umsetzung und Kontrolle von Verfahrensanweisungen für relevante Arbeitsbereiche (Fütterung, Boxenpflege, Melken, Vorgehen im Krankheitsfall). Neben allgemeingültigen Verfahrensanweisungen (Melken, Melkhygiene) gibt es viele Bereiche, in denen das Betriebsmanagement an die Eigenheiten und die besonderen Risiken des Betriebes angepasst sein muss.

Immunstatus entscheidend
Grundsätzlich gilt, dass Milchkühe mit einer nicht zufrieden stellenden Immunabwehr ein höheres Risiko aufweisen, Neuinfektionen mit Mastitiserregern zu bekommen und bei der Durchführung einer Therapie schlechte Heilungsergebnisse zu erzielen. Dies wird besonders deutlich bei Infektionen mit so genannten „umweltassoziierten Erregern“. Es handelt sich dabei um Mikroorganismen, die immer im Umfeld von Milchkühen (Kot, Einstreu, Haut) vorhanden sind. Ob Kühe Infektionen erleiden, hängt hier also nur zu einem geringen Teil von der Anzahl der vorhandenen Keime ab. Vielmehr bestimmt die Abwehrsituation der Kuh, ob Infektionen entstehen. Eine angespannte Körperabwehrsituation der Kühe stellt sich bereits lange vor sichtbaren Krankheitsanzeichen in der Qualität der Milch der Tiere dar.

Autor: Prof. Dr. Volker KRÖMKER, FH Hannover


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Aktualisiert am: 19.01.2006 10:14
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