Sinkende Schweineproduktion bis Jahresende

Laut jüngster Prognose der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft dürfte die österreichische Schweineproduktion im dritten Quartal 2010 das Vorjahresniveau um 0,9% unterschritten haben und im vierten Quartal um 1,7% darunter liegen.
Für das erste Halbjahr 2011 erwartet die Bundesanstalt eine Erzeugung von 2,41 Mio. Schweinen, was einem Minus von 3,6% gegenüber 2010 entspricht. Die Bundesanstalt geht in ihrer Prognose von der Schweinebestandserhebung zum Stichtag 01.06.2010 aus, diese ergab einen Gesamtbestand von rund 3,12 Mio. Stück. Das bedeutet im Jahresvergleich einen Rückgang um 1%. Die Zahl der Ferkel nahm dabei um 2,1% und jene der Schweine von 20 bis 50 kg um 0,6% ab. Der Bestand an Mastschweinen verringerte sich insgesamt um 0,2%. Die Zahl der Zuchtsauen sank um 2%, bei den gedeckten Sauen ergab sich ein Minus von 1,9%, wobei die Anzahl der erstmalig gedeckten Jungsauen um 5% geringer ausfiel. Der Bestand an ungedeckten Sauen verkleinerte sich um 2,4%.

Schlachtungen im ersten Halbjahr 2010 leicht rückläufig

Im Jahr 2009 wurden im Inland rund 5,54 Mio. Schweine gewerblich geschlachtet, um 0,8% mehr als im Jahr zuvor. Dazu kamen noch 59.998 Hausschlachtungen. Im ersten Halbjahr 2010 wurden 2,72 Mio. gewerbliche Schlachtungen (-0,6%) gezählt.


Exportüberhang im Außenhandel

2009 zeigte der Außenhandel mit Lebendtieren und Schweinefleisch laut Berechnungen der Bundesanstalt unterschiedliche Entwicklungen. Die Lebendschwein-Importe reduzierten sich im Jahresvergleich um 22,3% auf rund 645.000 Stück, gleichzeitig wurden die Exporte um 5,2% auf 118.000 Stück erhöht. Die Fleischeinfuhren betrugen umgerechnet 2,01 Mio. Stück, was einer Zunahme um 4,3% entspricht; die Ausfuhren sanken um 3,2% auf 2,61 Mio. Tiere. Das bedeutet, dass umgerechnet insgesamt rund 2,65 Mio. Schweine importiert und 2,73 Mio. exportiert wurden. Daraus resultierte ein Exportüberhang im Ausmaß von rund 76.000 Stück.
Im ersten Halbjahr 2010 wurden rund 306.000 lebende Schweine importiert und etwa 50.000 exportiert. Die Einfuhren an Schweinefleisch betrugen umgerechnet 936.000, die Ausfuhren 1,24 Mio. Stück. In Summe wurden somit in der ersten Jahreshälfte 1,24 Mio. Schweine importiert und rund 1,29 Mio. exportiert, womit sich gemäß den vorläufigen Außenhandelszahlen der Statistik Austria ein Exportüberhang von 52.000 Schweinen ergab.

Aus den genannten Zahlen errechnet sich für 2009 eine Bruttoeigenerzeugung (Schlachtungen minus Import plus Export von Lebendtieren) in der Höhe von 5,07 Mio. Stück, was im Jahresvergleich ein Plus von 4,8% bedeutet. Im ersten Halbjahr 2010 stieg die vorläufige Bruttoeigenerzeugung gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 um 0,7% auf rund 2,50 Mio. Tiere.

Der Inlandsabsatz fiel 2009 mit rund 4,93 Mio. Schweinen um 4,5% höher als 2008 aus. Für Jänner bis Juni 2010 errechnet sich ein vorläufiger Inlandsabsatz von etwa 2,41 Mio. Schweinen, das sind um 3,4% weniger als im ersten Halbjahr 2009.


Sinkende Erzeugerpreise für Schlachtschweine

Der Erzeugerpreis für Schweine reduzierte sich 2009 im Jahresmittel um 10% auf EUR 1,39/kg Schlachtgewicht. Im ersten Quartal 2010 wurde das Vorjahresniveau um 3% und im zweiten Quartal um 1,9% unterschritten. Dem gegenüber ergab sich beim Verbraucherpreis für Schweinefleisch, der sich aus den Preisen der Fleischsorten Bauchfleisch, Schopfbraten, Schnitzel und Karree errechnet, im Jahr 2009 eine durchschnittliche Erhöhung um 2,2%. Im ersten Quartal 2010 sank der Verbraucherpreis im Jahresvergleich geringfügig um 0,1%, im zweiten Quartal stieg er wieder um 2% (Quelle: AIZ vom 20.10.2010).


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Aktualisiert am: 20.10.2010 21:13
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