Siliermitteleinsatz in Maissilagen

Richtig eingesetzte Siliermittel helfen hochwertige und hygienisch einwandfreie Maissilagen zu erzeugen.
Starker Hefekeimbesatz in schlecht verdichtetem Siliergut schafft häufig erst die Bedingungen für Schimmelwachstum.
Starker Hefekeimbesatz in schlecht verdichtetem Siliergut schafft häufig erst die Bedingungen für Schimmelwachstum.
Ziel des Siliermitteleinsatzes im Mais ist nicht die Förderung des Silierprozesses im Allgemeinen, sondern die Verhinderung von Nacherwärmung und Fehlgärung im Besonderen sowie die Verbesserung von Verdaulichkeit und Verzehrseigenschaften im Speziellen. Viele durch Endo- und Mykotoxine induzierte, unspezifische Vergiftungserscheinungen, wie Leistungsabfall, Fruchtbarkeitsstörungen, Eutererkrankungen und Zellzahlerhöhungen können durch die Nutzung des richtigen Silierzusatzes verhindert werden.

Nur mit Hilfe besonderer Stammkombinationen aus hetero- und homofermentativen Milchsäurebakterien gelingt es, den Gärverlauf gezielt zu steuern, d.h. definierte Mengen an Essigsäure, Propionsäure und Propandiol zu produzieren. Auf diese Weise wird es möglich, die Trockensubstanzverluste von üblich 8 bis 12 % auf 2 bis 3 % zu senken sowie die Schmackhaftigkeit der Maissilage nachhaltig zu verbessern. Für den optimierten Silierprozess mit ausreichender Siloreifezeit wird der Einsatz von DLG-geprüften Siliermitteln der Wirkungsrichtung 2 als Betriebsmittelstandard empfohlen.

Fazit
Kann die Siloreifezeit nicht voll gewährleistet werden oder sollen Teilbereiche im Silo besonders gegen Gärschädlinge geschützt werden, so hat sich der Einsatz von so genannten Kombipräparaten aus Milchsäurebakterien und den Salzen hefehemmender Säuren in umfangreichen Testreihen sowie im Praxiseinsatz bewährt. Als Hemmstoffe gegen Hefen kommen vor allem Essig-, Propion-, Benzoe- und Sorbinsäure sowie deren Salze Azetat, Propionat, Benzoat und Sorbat in Betracht. Da diese chemischen Komponenten erheblich teurer als Milchsäurebakterien-Präparate sind, sollten sie nur in Sonderfällen (zB bei extrem großer Anschnittfläche in warmer Jahreszeit) ergänzt werden.

Autor: Dr. Jörg WINKELMANN, Pinneberg


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Aktualisiert am: 22.08.2006 18:20
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