Silage: Ganzkorn…ganz dicht!

Damit im Ganzkornsilo keine CO2-Verluste auftreten, hat ein deutscher Landwirt vor fast 30 Jahren ein gasdichtes Entnahmesystem entwickelt. Während dieses System in Deutschland Fuß gefasst hat, ist es in Österreich eher selten anzutreffen.
Die Anlagen sind weitgehend wartungsfrei.
Die Anlagen sind weitgehend wartungsfrei.
Die Konservierung von Mais in gasdichten Silos – so genannten Ganzkornsilos – ist in Österreich weit verbreitet. Vor allem die hohe Schlagkraft bei der Ernteeinlagerung spricht für dieses System. Im Gegensatz zu CCM-Silagen steigt aber bei Ganzkornsilagen im Frühjahr der Keimbesatz an. Der durch die laufende Maisentnahme frei werdende Raum muss wieder mit CO2 aufgefüllt werden. In der Praxis fällt aber durch Undichtheiten (Entnahmeschnecke,…) die CO2 Konzentration. Verschärft wird die Situation durch die Tatsache, dass bei der Entnahme im Silo ein kegelförmiges Loch entsteht. Dadurch besteht die Gefahr, dass nicht mehr das gesamte Erntegut – vor allem im Randbereich – mit Kohlendioxid abgedeckt und somit konserviert wird.

Flüssigkeit verhindert Gasverlust
Abhilfe wird in der Praxis durch das Nachfüllen von CO2 geschaffen. Eine elegantere Lösung bietet der deutsche Hersteller SILOHAAKE. Durch dessen Entnahmetechnik bleibt das Silo selbst während des Entnahmevorgangs gasdicht verschlossen. Der Grundgedanke besteht darin, dass Mais oder Getreide durch einen Siphon gespült werden. Das CO2, das durch die Veratmung des Sauerstoffs nach der Befüllung im Herbst entsteht, bleibt so sicher im Silo.

Wie funktioniert das System?
Ganzkornsilos, die mit diesem System ausgestattet werden brauchen einen Betonkegel mit einer Neigung von lediglich 14°, der mit einem Ring (55 cm Durchmesser) abschließt. In das Silo wird seitlich ein so genannter Doppelrohrkanal einbetoniert. Das untere Rohr nimmt die Austragungsschnecke auf. Die Schnecke ragt im Bereich des Rings am Boden des Kegels etwa 50 cm in den Mais. Im oberen Rohr liegt das so genannte Drehdüsengestänge mit Fotozelle und Leuchtstoffröhre.

Umrüstung von bestehenden Anlagen
Bestehende Ganzkornsilos haben einen Trichter mit einer Neigung von 50° bis 60°. Werden diese auf die gasdichte Entnahme umgerüstet, so kann die Entnahmetechnik erhalten bleiben. Die Fotozellensteuerung ist aufgrund des steilen Trichters nicht nötig. Es wird lediglich die gasdichte Entnahmeschleuse (Siphon) unter die Schnecke gebaut. Dadurch muss flüssig vermahlen werden, was mit üblichen Hammermühlen aufgrund des korrosionsunbeständigen Materials nicht möglich ist. Die Kosten des Umbaus liegen bei einem 500 m² Ganzkornsilo bei ungefähr 12.000 Euro. Die gesamte Entnahmetechnik beim Neubau des Futterlagerungssystems liegt laut Hersteller bei rund 23.000 Euro (ohne Silo und Anmischbehälter). Allerdings ist bei diesem System mit einem geringeren Erdaushub und Betonverbrauch zu rechnen.

Bewertung
In letzter Zeit wurden einige Ganzkorn-Anlagen in der Südsteiermark auf das gasdichte Entnahmesystem von SILOHAAKE umgestellt. Grund waren durchwegs die schlechten Maisqualitäten im Frühjahr. Die Landwirte berichten nun von einwandfreier Futterqualität. Nicht unerwähnt soll aber bleiben, dass diese Entnahmetechnik eine Flüssigfütterung voraussetzt.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach


Aktualisiert am: 21.04.2010 17:19
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